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Decanter Wein-Magazin Blog-Artikel

Das Decanter Magazin

Vinophiler Qualitätsjournalismus und Wein-Bewertung von Profis: Der Decanter ist für die Weinwelt, was die London Times für die politischen Geschehnisse Englands sind.

Wein-Kritik für alle

Seit 1975 beweist die Zeitschrift einmal pro Monat, dass der Decanter Wein für Anfänger und Wein-Nerds gleichermaßen veranschaulichen kann wie nur wenige andere. Die führende britische Wein-Zeitschrift verlässt sich dabei nicht nur auf die Wein-Bewertung, sondern bietet gut recherchierten Journalismus mit verlässlichen Wein-Tipps. Bekannt ist der Decanter außerdem für die Decanter World Wine Awards.

Decanter Awards

In diesem jährlichen Wettbewerb vergibt der Decanter Punkte und Medaillen an die besten Weine der Welt. Im Sport würde man es wohl als das All-Star-Team bezeichnen, wer da für den Decanter verkostet. Die Weinkritikerin Jancis Robinson oder der Spitzensommelier Markus del Monego stehen für die geballte Fachkompetenz hinter den Wein-Bewertungen der Decanter Awards.

Über das Decanter Magazin

Was ist der Decanter?

Ursprünglich war der Decanter eine einfache Weinzeitschrift. Doch während Konkurrenten, wie Robert Parkers Wine Advocate, sich stärker auf die Wein-Bewertung fixieren, behandelt der Decanter Wein viel umfassender. Zwar vergibt auch der Decanter Punkte, doch nehmen Geschichten aus der Weinwelt eine ebenso große Rolle ein. Sorgfältig recherchierte Reportagen, die die Zusammenhänge der Branche erfassen, Porträts über Weinlegenden und legendäre Weine oder kurze Meldungen aus der Weinwelt: Das alles gehört neben zahlreichen Wein-Tipps zum Angebot des Decanter.

Die erste Ausgabe des Decanter erschien 1975. Damals wie heute sitzt die Hauptredaktion in London. Heute erscheint der Decanter einmal im Monat in einer 40.000 Heft starken Auflage und bewirbt sich selbst als The world‘s best wine magazine. Das dürfte die Redaktion des US-amerikanischen Wine Spectator anders sehen. Dessen direkter Konkurrent ist der Decanter nämlich im internationalen Wettbewerb um die vinophile Leserschaft auf der Suche nach dem passenden Wein-Tipp. Allerdings hat beim Decanter Wein-Journalismus der alten Schule noch mehr Gewicht.

In der März-Ausgabe 2019 etwa machte sich Sarah Ahmed auf, um den Australischen Chardonnay zu erkunden. Den verkostete sie freilich auch, skizzierte aber ebenso leidenschaftlich den Paradigmenwechsel, der in den Köpfen der australischen Winzer gerade vonstatten geht.

Wer nun wirklich den besten Wein-Tipp und die perfekte Wein-Bewertung liefert, sei dahingestellt. Jedenfalls ist der Decanter auf dem britischen Markt nach wie vor das erfolgreichste Magazin für Wein. Und obwohl der Decanter nur in englischer Sprache erscheint, erreicht er Wein-Trinker in über 90 Ländern. Immerhin die Webseite ist seit einigen Jahren auch in Mandarin für den chinesischen Markt verfügbar.

Jede Decanter-Ausgabe beginnt mit der Kategorie a month in wine, wo Nachrichten aus der Wein-Branche ihren Platz finden. Außerdem enthält jede Ausgabe mehrere Reportagen. Meistens ist eine Reportage mit einer ausführlichen Rezensionen zahlreicher Weine zum Thema verknüpft. Und natürlich findet auch die ganz klassische Wein-Bewertung ihren Platz im Magazin. Pro Ausgabe vergibt der Decanter Punkte für etwa 200 Weine in mehreren Tastings zu einer Region oder einer Rebsorte. Und da der Decanter viel mehr ist, als ein Haufen elitärer Wein-Nerds, ist er sich auch nicht zu schade die besten Weine für weniger als 15€ zu finden.

Einige der renommiertesten Wein-Fachleute sind tätig für den Decanter: Wein-Journalisten wie Michael Broadbent oder die Master of Wine und Buchautorin Jancis Robinson schrieben in den letzten Jahren immer wieder Artikel für den Decanter. Und auch der Balanceakt auf dem ach so schmalen boulevardistischen Grad gelingt dem Decanter. Bei Amy Wislocki, Chefin vom Dienst, gibt‘s an Weihnachten übrigens Rinderfilet mit Meerrettichsauce zu weißem Vacqueyras...

Welche Punkte vergibt der Decanter?

Wie international üblich verwendet der Decanter für seine Wein-Bewertung mittlerweile das von Wein-Kritiker Robert Parker etablierte 100 Punkte-Schema. Mittlerweile, da bis vor einigen Jahren noch das 20 Punkte-Schema zum Einsatz kam. Obwohl der Decanter kein vollkommen neues Schema entwickelt hat, interpretiert er Robert Parkers 100 Punkte-Schema auf seine eigene Art. So sind die Decanter-Punkte folgendermaßen zu verstehen:

  • 98-100 Punkte: exceptional und bei den Decanter World Wine Awards eine Gold-Medaille
  • 95-97 Punkte: outstanding und bei den Decanter World Wine Awards eine Gold-Medaille
  • 90-94 Punkte: highly recommended und bei den Decanter World Wine Awards eine Silber-Medaille
  • 86-89 Punkte: recommended und bei den Decanter World Wine Awards eine Bronze-Medaille
  • 83-85 Punkte: commended und bei den Decanter World Wine Awards eine Blaue Medaille
  • 76-82 Punkte: fair und keine Medaille
  • 70-75 Punkte: poor und keine Medaille
  • 50-69 Punkte: faulty und keine Medaille
  • Decanter - 97
Château Lacombe Cadiot Bordeaux Supérieur 2019
Bordeaux Supérieur 2019
Château Lacombe Cadiot
Rotwein • Frankreich • Bordeaux
  • Decanter - 95
Il Roncal Ribolla Gialla 2019
Ribolla Gialla 2019
Il Roncal
Weißwein • Italien • Friaul-Julisch Venetien
  • Decanter - 97
Carmen Cabernet Sauvignon Gran Reserva 2017
Cabernet Sauvignon Gran Reserva 2017
Viña Carmen
Rotwein • Chile • Valle de Maipo

Wie bewertet der Decanter Wein?

Da für den Decanter Punkte von zahlreichen Kritikern vergeben werden, fällt es schwer, dem Decanter Wein zuzuordnen, den er besonders wohlwollend mit Punkten überschüttet. Doch scheint es, als seien Kritiker angehalten, für den Decanter recht großzügig zu bewerten. Das gilt weniger für das Top-Segment; mit 100 Punkte-Wein-Bewertungen wirft auch der Decanter nicht um sich. Aber teilweise erhalten recht einfache Weine überraschend oft Bewertungen von über 90 Punkten.

Im Vergleich mit anderen Systemen zur Wein-Bewertung, wird schnell klar, dass auch andere Wein-Redakteure keine Verkostungsroboter sind. Kritiker-Papst Robert Parker etwa hat eine Schwäche für schweren Bordeaux. Dem Weinkritiker und Italien-Liebhaber James Suckling hingegen wird warm ums Herz, wenn er einen saftigen Sangiovese im Glas hat. Und Luca Maroni, Herausgeber des Guida dei Vini Italiani, gibt fast allem viele Punkte, was Frucht und Körper hat.

Was steckt hinter den Decanter World Wine Awards?

Die wichtigste Wein-Bewertung des Decanter ist der Decanter World Wine Award. In diesem jährlich stattfindenden Wettbewerb geht es zwar auch um Punkte aber noch viel mehr um Medaillen. Die Wein-Bewertung bei den Decanter World Wine Awards erfolgt in zwei Runden.

In der ersten Verkostungsrunde vergibt der Decanter Punkte nach dem selben Schema wie im Magazin. In einer zweiten Runde werden alle Gold-Medaillen-Gewinner nochmals verkostet und bekommen die Chance, die begehrten Platinum- und Best in Show-Medaillen zu erhalten. So ist es möglich, dass ein Wein in Runde eins eine Gold-Medaille erhält, die dann in Runde zwei zu einer Platin-Medaille aufgewertet wird. Mit der Best in Show-Medaille zeichnet der Decanter Wein aus, der sich gegen alle anderen seiner Kategorie durchgesetzt hat. Diese Medaille geht nur an große Weine außerordentlicher Qualität.

Was macht der Decanter sonst?

Heute ist der Decanter mehr als nur eine einfache Weinzeitschrift. Viel mehr ist er zu einem modernen und umfassenden Medienunternehmen geworden. Neben der klassischen Wein-Bewertung und Reportagen aus der Wein-Branche haben zahlreiche multimediale Tätigkeiten das Geschäft erweitert. Schon vor langer Zeit sind die Decanter World Wine Awards ein Aushängeschild geworden, das den Decanter international auf die Landkarte der Weinwelt setzt.

Neben diesem Event bietet der Decanter seiner Wein-vernarrten Leserschaft zahlreiche Tastings, Gala-Events und Seminare an. In London den aktuellen Jahrgang Saint-Émilion verkosten oder Super Tuscans erleben in Shanghai.

Alles das bietet der Decanter, um seine Leser zu berzirzen. Außerdem können sich interessierte Weintrinker auf der Webseite des Decanter Wein-Wissen ganz selbstständig aneignen. Die Rubrik Learn hält ein Glossar, einen Jahrgangs-Guide und verschiedene Wein-Quizzes bereit.

Sogar von Lesern eingeschickte Fragen beantwortet der Decanter! Dr. Sommer für Erwachsene quasi. In Zeiten der schwächelnden Print-Medien ist das ein kluger und unverzichtbarer Schachzug. Der Decanter schafft es so nämlich seine Leser an sich zu binden, ohne ihnen jeden Monat ein Magazin in schwarz auf weiß verkaufen zu müssen.

Und auch im Magazin geht es längst nicht mehr nur um Wein-Tipps. Viel mehr wird alles abgebildet, was den Weingenuss begleitet. Sei es die Reise zum Weingut in der Provence, das perfekt gegrillte Entrecôte zum Rotwein oder der Brandy zum Absacker. Spirituosen übrigens gibt der Decanter Punkte, wie er es auch bei Weinen tut.