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Tipps gegen Kater – nicht nur für den Morgen danach

Man kann noch so verantwortungsvoll mit dem Genuss von Alkohol umgehen, irgendwann schlägt jeder mal über die Stränge. Aber was hilft gegen den großen Jammer danach? Wir haben alltagstaugliche Tipps gegen Kater für Sie!

Der beste Weg, einen Kater zu vermeiden, ist, erst gar keinen zu bekommen. Diese Weisheit dürfte Weinliebhabern bestens vertraut sein. Seine eigenen Grenzen kennen und maßvoll genießen, ist deswegen immer das Gebot der Stunde. Eigentlich. Denn jeder kennt sie nur zu gut: die Momente, in denen man sich selbst überschätzt. Zack, schon ist das legendäre Glas zu viel getrunken. Und man weiß ganz genau: das Aufwachen am nächsten Morgen wird nicht schön sein. Wobei es sich tatsächlich auch bis zum Abend hinziehen kann, um Kopfschmerzen und Übelkeit los zu werden und den Kreislauf wieder in Gang zu bekommen. Denn es braucht halt Zeit, um den Alkohol abzubauen und auszuscheiden. Der Körper einer Frau schafft gerade mal 0,1 Promille pro Stunde. Bei Männern sind es immerhin 0,2 Promille. Es kann also durchaus dauern, bis die Tipps gegen Kater wirken.

Schließlich hat es der Organismus mit gleich mehreren Problemen zu tun. Alkohol reizt nicht nur den Magen, sondern weitet auch die Blutgefäße im Gehirn. Genau das verursacht dann erst einmal Übelkeit und Kopfschmerzen. Außerdem wird weniger von dem Hormon Vasopressin gebildet, das den Flüssigkeitshaushalt reguliert. Es wird also meist mehr Wasser ausgeschieden als gut für uns ist. Zusätzlich hat am Abend vorher ja aber der Alkohol schon dem Körper Wasser entzogen. Das Ergebnis ist ein knallharter Flüssigkeitsmangel, der zusätzlich in die starken Kopfschmerzen einzahlt. Und dann ist da noch die Leber, die kräftig dabei ist, den Alkohol in Essigsäure umzuwandeln. Das ist eine echte Kraftanstrengung. Deswegen kann es auch schnell mal zu Herzrasen, Schweißausbrüchen und Kreislaufproblemen kommen.

Tipps gegen Kater, bevor er entsteht

Nun zeichnen wir hier natürlich bewusst das ultimative Horrorszenario. So schlimm, dass man den ganzen Tag leidet, muss es gar nicht erst werden, wenn Sie zwei Grundregeln beachten. Zum einen sollten Sie schon vor einem Weinabend genügend Wasser trinken, um Ihren Körper ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen. Und auch während des Weingenusses lohnt es sich, immer auch ein volles Wasserglas neben sich stehen zu haben. Trinken Sie mindestens die gleiche Menge Wasser wie Wein. Besser noch die doppelte Menge. So sind Sie konsequent optimal hydriert und kommen mit den Nachwehen am nächsten Tag besser zurecht.

Mann hält sich den Kopf und ein Glas Wasser
Kann dem Kater am nächsten Morgen etwas die Schlagkraft nehmen: viel Wasser am Vorabend.

Zum anderen lohnt es sich, vor dem Weingenuss zu essen. Idealerweise etwas Fettiges. Zum Beispiel Ölsardinen. Ein voller Magen verhindert zwar nicht die Aufnahme von Alkohol, verlangsamt sie aber. Schützen dann auch noch Öle oder Fette die Magenschleimhaut, kann die Übelkeit bereits im Voraus minimiert werden. Falls Sie während des Weingenusses noch einmal hungrig werden sollten, dann zählen Sie bitte keine Kalorien, sondern greifen Sie einfach noch mal zu Käse oder Wurst. Das macht nicht nur den Abend angenehmer, das schützt auch zusätzlichen Ihren Magen. Bevor es ins Bett geht, ist zudem die Einnahme von zusätzlichen Mineralstoffen eine gute Idee, um Ihrem Körper ein paar davon zurückzugeben, die der Alkohol inzwischen entzogen hat.

Bitte nicht auf Kater-Mythen hereinfallen!

Kommt es dann doch zu einem stärkeren Kater, setzt bei einigen Menschen ja der Katzenjammer in Form von nachträglicher Reue ein. Hätte man doch nicht noch das Bier nach dem Wein getrunken! Nun sagt der Volksmund zwar "Bier auf Wein, das lass sein", aber leider ist die Reihenfolge der alkoholischen Getränke tatsächlich nicht entscheidend. Nur die Menge zählt. Auch können Sie bedauerlicherweise beim Wein nicht dem Schwefel die Schuld in die Schuhe schieben. Denn es ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen, dass dieser nicht für einen Kater verantwortlich ist. Diese Mythen können Sie also getrost als Tipps gegen Kater dauerhaft streichen.

Das gilt übrigens ebenso für die Volksweisheit, dass man am nächsten Morgen erst einmal ein Gläschen Sekt oder den berühmten Konterwein trinken soll, damit es einem wieder besser geht. Machen Sie das bitte nicht! Der Alkohol putscht zwar kurzzeitig auf, entzieht dem durstigen Leib aber noch mehr Wasser. Mal ganz davon abgesehen, dass Sie Ihre Leber chronisch überfordern würden. Gönnen Sie Ihrem Körper eine kleine Auszeit. Und das bedeutet auch: keinen Sport! Es schadet zwar nicht, den Kreislauf mit einem leichten Spaziergang wieder etwas in Gang zu bringen. Und frischer Sauerstoff ist auch sehr gut. Aber Ihr Organismus hat schon genug damit zu tun, sich der Gifte zu entledigen. Alles arbeitet auf Hochtouren. Belasten Sie sich nicht noch mit zusätzlicher Anstrengung.

Rotwein wird in ein Glas gegossen.
Gehört absolut ins Reich der Kater-Mythen: Konter-Wein oder -Bier helfen nicht dagegen.

Tipps gegen Kater für den Morgen danach

Von allen Tipps gegen Kater, die überall kursieren, ist dieser hier tatsächlich der Beste: Wasser, Wasser und nochmal Wasser. Trinken Sie direkt nach dem Aufstehen ein großes Glas. Und nach dem Zähneputzen. Und nach dem Duschen. Ja, das ist hart. Aber es lohnt sich. Denn durch eine ideale Flüssigkeitszufuhr unterstützen Sie Ihren Körper dabei, die Giftstoffe des Abends wieder loszuwerden. Ähnliches gilt dann auch für die Nahrungsaufnahme. Falls Sie überhaupt schon etwas essen können. Wegen der Übelkeit und so. Wenn überhaupt, dann bekommen die meisten Menschen am Morgen danach vor allem salzreiche Sachen wie Bacon und Co. runter. Das ist dann der Mineralstoffmangel, der in diesem Moment aus Ihnen spricht. Also lieber etwas Magnesium und Calcium nehmen und statt zum Speck zu einem Apfel greifen.

Oder besser noch: zu Karotten. Die enthalten nämlich viel Betacarotin, die Vorstufe des Vitamins A. Und Vitamin A kann, in erhöhter Dosis, den Abbau von Alkohol im Körper beschleunigen. Viel Vitamin A finden Sie übrigens auch in Eiern, Fisch und Leber. Wenn Sie also schon wieder essen können, dann tun Sie’s! Falls Sie sich für Fisch wie Sardine, Makrele, Lachs, Hering oder Thunfisch entscheiden, schlagen Sie übrigens zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn sie alle enthalten viel Vitamin B. Und auch das soll beim Alkoholabbau helfen.

Rosa farbener Lachs auf Gemüsebett
Vitamin-A-Booster: Lachs und gedämpfte Karotten.

Was sonst noch gegen einen Kater hilft

Im Internet kursieren ja viele Geheimtipps gegen Kater. Dabei sind Wasser und Nährstoffe tatsächlich die wesentlichen Elemente, die Ihr Körper in solch einer Situation braucht. Und vielleicht noch etwas gegen Kopfschmerzen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist Ruhe. Gönnen Sie sich am Morgen danach einfach mal eine kleine Auszeit. Der Alkohol hat Sie nämlich auch schlecht schlafen lassen, was Ihren Körper zusätzlich belastet. Wütet der Kater in Ihrem Kopf, ist jetzt die ideale Gelegenheit, sich ohne Schuldgefühle einfach mal im Bett zusammenzurollen oder aufs Sofa zu kuscheln und … nichts zu tun. Wenn Sie einschlafen sollten: umso besser!

Wobei wir an dieser Stelle noch einmal ganz klar feststellen müssen, dass unsere Tipps gegen Kater kein generelles Wellness-Programm sind. Sie sollen lediglich Symptome lindern. Nämlich die Symptome einer Vergiftung, mit der Ihr Körper gerade kämpft, um eben jene Gifte wieder loszuwerden. Mal abgesehen von der Suchtgefahr, die der regelmäßige Konsum von Alkohol nun mal mit sich bringt, sind da auch noch die dauerhaften Schädigungen an Leber, Herz und Nieren, wenn man es zu häufig zu einem Kater kommen lässt. Aber wie gesagt: auch dem professionellsten Weinliebhaber kann es mal passieren, dass er über die Stränge schlägt. Und genau für diesen Fall sind unsere Tipps gegen Kater gedacht. Probieren Sie sie bei Bedarf einfach mal aus.

Eine Frau liegt auf einem Sofa mit Kopfschmerzen
Die beste Medizin gegen Kater: Ruhe, Wasser und Geduld.
Nicole Korzonnek

Von Nicole Korzonnek

Früher vor allem im Kulturjournalismus zuhause, begeistert sich Nicole Korzonnek nicht erst seit dem obligatorischen Pausen-Sekt im Theaterfoyer für Wein. Neben Theaterkritiken für die FAZ und Artikel für diverse Kulturformate brachte sie ihr journalistischer Weg über die Jahre immer mehr in Richtung Wein. Ob nun mit einem eigenen Blog oder eben als Copywriterin & Chief Editor Wine Magazine bei Wine in Black, wo sie die Geschichten hinter den Weinen entdeckt und dann auch begeisternd erzählt.

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