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Wein verschenken: So finden Sie das richtige Präsent

Wer Wein verschenken möchte, steht vor ein paar ganz besonderen Herausforderungen. Damit Sie mit Ihrem vinophilen Geschenk für Begeisterung sorgen, haben wir zahlreiche Tipps für Sie parat.

Vor ein paar Jahren gab es im Magazin der Süddeutschen Zeitung eine kleine Geschichte, die ein Sinnbild dafür ist, dass Wein verschenken äußerst trickreich sein kann. In dieser Geschichte geht es um einen Freundeskreis von mehreren Paaren. Und um eine Champagnerflasche. Irgendwann bekam irgendeins der Paare von einem anderen befreundeten Paar eben diese Champagnerflasche als Dankeschön für eine Essenseinladung geschenkt. Obwohl die Gastgeber nicht unbedingt als Champagnerliebhaber bekannt waren. Deswegen stand die Flasche erst einmal eine Weile in der Küche herum. Bis das Paar selbst eine Einladung erhielt und so den Champagner endlich einfach weiterreichen konnte.

Das zweite Besitzerpaar hatte eigentlich vor, den Champagner zu trinken. Aber sie wollten auf einen besonderen Moment, einen speziellen Anlass warten. Dieser kam nie. Dafür aber eine Einladung für eine Feier unter Freunden. Im Alltagsstress zwischen Kindern, Arbeit und Haushalt vergaßen sie, ein Geschenk zu kaufen. Also musste die Champagnerflasche schon wieder den Besitzer wechseln. Um die Geschichte ein wenig abzukürzen: Die Flasche wechselte im Freundeskreis reihum den Besitzer. Irgendwann markierte jemand den Champagner heimlich. Es dauerte knapp zwei Jahre, bis die Flasche einmal rum war. Trinken wollte diesen ollen Schäumer dann niemand mehr. Diese Geschichte ist ein Paradebeispiel dafür, wie Wein verschenken nicht geht. Nur weil etwas besonders edel oder besonders teuer oder auch besonders gängig ist, muss es noch lange nicht den Geschmack des Beschenkten treffen. Aber auf den kommt es halt an. Und auf dessen Gewohnheiten. Steigen wir also mal etwas tiefer in die Materie ein.

Schaumwein verschenken: Eine Flasche Champagner in einer Geschenktüte aus braunem Papier
Es muss nicht immer der obligatorische Champagner sein.

Wein verschenken leicht gemacht

Vorweg: Ist der Mensch, den Sie beschenken wollen, gar kein Weintrinker, dann zwingen Sie ihm bitte auch keinen auf. Genau so entstehen nämlich die berühmten Wandergeschenke der anfangs erzählten Geschichte. Und eh: Champagner mag zwar ein besonders edles Geschenk sein. Aber er sollte bitteschön auch genossen werden. Wer keinen Schaumwein trinkt oder gar Hemmungen hat, eine höherpreisige Flasche zu öffnen, für den findet sich bestimmt ein besseres Präsent. Wichtig ist eine Grundregel: Gehen Sie niemals von Ihrem eigenen Weingeschmack aus, sondern versetzen Sie sich in den anderen Menschen hinein, wenn Sie Wein verschenken möchten.

Wir haben da erst einmal eine generelle Checkliste für Sie zusammengestellt, bevor wir mit ganz konkreten Vorschlägen kommen.

  • Ist der Wein für einen Einsteiger oder einen Kenner?
  • Trinkt die Person lieber Rot- oder Weißwein?
  • Wird auch gerne Schaumwein genossen?
  • Gibt es Lieblingsrebsorten?
  • Wird Wein aus bestimmten Regionen bevorzugt getrunken?
  • Mag der zu Beschenkende lieber fruchtige oder mineralische Weine?
  • Darf es vielleicht sogar ein gereifter Wein sein?
  • Braucht die Person vielleicht noch Wein-Utensilien?
  • Kann es auch ganz pragmatisch ein Gutschein sein?

Einsteiger versus Kenner

Mit dieser Checkliste sind Sie per se erst einmal auf der sicheren Seite. Unsere Aufgabe ist es jetzt, Ihnen ganz konkrete Vorschläge zu machen. Wenn Sie an einen Einsteiger Wein verschenken möchten, ist es wichtig zu wissen, ob er oder sie lieber Weißwein oder Rotwein trinkt. Mit einem echten Gaumenschmeichler liegen Sie eigentlich immer richtig. Eben ein Wein, den man gut wegtrinken kann, der aber auch nicht langweilig ist. Im roten Bereich kann das ein fruchtiger Primitivo aus Apulien sein. Oder ein schön weicher Merlot aus Frankreich. Auch immer eine gute Idee: ein kalifornischer Cabernet Sauvignon. Im weißen Bereich indes bieten sich Lugana aus Italien, ein deutscher Grauburgunder oder ein Chardonnay aus Kalifornien an.

Beim Weinkenner muss man meist schon etwas gründlicher überlegen. Hier hilft eine längere Vorlaufzeit. Diese können Sie nutzen, um den zu Beschenkenden im Vorfeld geschickt ein wenig auszuhorchen, wo so seine Vorlieben liegen. Einem Bordeaux-Fan einen Barolo zu schenken, ergibt zum Beispiel wenig Sinn. Und wer sehr gerne Shiraz aus dem Barossa Valley trinkt, wird an einem Syrah von der Rhône nicht ganz so viel Freude haben. Selbiges lässt sich auch problemlos auf Weißweine übertragen. Der Weinkenner ist schon tief in der vinophilen Materie drin. Da darf man ruhig mal nachfragen, was genau bevorzugt wird.

Falls das aber nicht geht, weil es sich vielleicht um Ihren Chef handelt, dann kann es eben doch ein edler Schaumwein sein. In der Hoffnung, dass es keine Wanderflasche wird. Dieses Risiko ist bei den Kennern aber zugegebenermaßen recht gering. Es sei denn, Sie verschenken einen eher mineralischen Wein, obwohl der Adressat eher auf der fruchtigen Geschmacksseite steht. Oder anders herum. Gerade beim Weinkenner muss man auf diese feinen, aber eben auch sehr wichtigen Details achten. Deswegen ist unser nächster Tipp in solch schwierigen Fällen vielleicht am geeignetsten.

Eine blonde Frau schiebt einen Geschenkkarton zu, in dem sich eine Flasche Wein befindet
Den richtigen Wein als Geschenk zu finden, ist eigentlich gar nicht so schwierig.

Statt Wein: Verschenken Sie Gutscheine

Egal, ob der Weinkenner nun Ihr Vorgesetzter ist oder aus ihrem direkten Freundeskreis kommt, ein Einkaufsgutschein ist immer eine ideale Alternative. Denn was auf den ersten Blick vielleicht etwas nüchtern und pragmatisch erscheint, ist in Wahrheit eine waschechte Win-win-Situation. Sie geraten nicht ins Schwitzen, wenn es darum geht, den passenden Wein in der schönsten Flaschenform zu finden. Und der Beschenkte kann zielgenau shoppen gehen. So haben beide was davon. Und wenn Sie nicht einfach nur einen bloßen Umschlag überreichen möchten, dann können Sie Ihr Geschenk auch mit Weinzubehör aufwerten. Damit sind jetzt aber nicht Champagnerquirle, Dekantierkörbchen oder besonders kitschige Flaschenverschlüsse gemeint, die man in der Regel eh nie einsetzt. Nein, die Rede ist etwa von einem schicken Kellnermesser, um Weinflaschen zu öffnen. Wenn es etwas edler sein darf, kommt vielleicht auch ein Dekanter infrage. Gerade Rotwein wird ja von Weinliebhabern gerne mal karaffiert. Ein ebenso schönes wie auch nützliches Geschenk also.

Sie sehen: Obwohl man beim Thema Wein verschenken die eine oder andere Hürde zu überwinden hat, ist es eigentlich gar nicht so schwierig, das passende Präsent zu finden, wenn man weiß, auf was man achten kann. Ob nun zu Weihnachten, einem Geburtstag oder Jubiläum oder als Dankeschön für eine Einladung. Wenn Sie unsere Tipps beherzigen, werden Sie ein passendes Geschenk aufspüren. Nämlich eins, das dann auch tatsächlich mit großer Freude genossen wird.

Nicole Korzonnek

Von Nicole Korzonnek

Früher vor allem im Kulturjournalismus zuhause, begeistert sich Nicole Korzonnek nicht erst seit dem obligatorischen Pausen-Sekt im Theaterfoyer für Wein. Neben Theaterkritiken für die FAZ und Artikel für diverse Kulturformate brachte sie ihr journalistischer Weg über die Jahre immer mehr in Richtung Wein. Ob nun mit einem eigenen Blog oder eben als Copywriterin & Chief Editor Wine Magazine bei Wine in Black, wo sie die Geschichten hinter den Weinen entdeckt und dann auch begeisternd erzählt.

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