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Wein zu Curry: Was passt?

Von mild über fruchtig bis höllenscharf: Currys verführen mit einer enormen kulinarischen Bandbreite. Was uns natürlich zu der Frage bringt, welcher Wein zu Curry passt. Wir haben da mal ein paar Vorschläge für Sie.

Nicole Korzonnek Von Nicole Korzonnek

  | 12. August 2021

Curry Vindaloo, Chicken Korma, Kodi Kura, Tikka Masala oder Kaeng Phet - die Welt der Curry-Gerichte ist ebenso vielfältig wie exotisch. Kein Wunder! Denn die Variationsmöglichkeiten der südostasiatischen Speisen aus Indien, Pakistan, Malaysia und Thailand sind schier unendlich. Das fängt bei der Wahl der Zutaten an. Linsen, Kirchererbsen oder Reis? Und dann natürlich: vegan, vegetarisch oder mit Huhn, Fisch, Lamm oder Rindfleisch? Auch wenn wir hierzulande mit Curry Gewürzpulver oder Pasten bezeichnen, sind damit ursprünglich all die unterschiedlichen Gerichte gemeint. Das Wort Curry stammt nämlich vom tamilischen Begriff "kari" ab, das so viel wie "Fleisch" oder "Beilage zum Reis" bedeutet. Im 19. Jahrhundert machten die Engländer während der Kolonialzeit dann eben das Wort Curry draus - und sorgten gleichzeitig dafür, dass sich die vielfältigen Speisen überall auf der Welt verbreiteten. Während man in Indien, Thailand und Co. eher Lassi, Tee oder auch mal ein Bier dazu genießt, stellte sich hier in Europa schnell die Frage, welchen Wein zu Curry man am besten genießen sollte.

Und genau hier kommt jetzt etwas recht Neues in Sachen Pairing zum Tragen. Normalerweise entscheidet ja das Fleisch darüber, welcher Wein gereicht wird. Sie wissen schon: Rotwein zu rotem Fleisch, Weißwein zu Fisch und Geflügel. Um es mal ganz grob runterzubrechen. Bei einem Curry entscheidet aber der Schärfegrad des Gerichts über die Weinauswahl. Denn dieser sorgt letztlich für den prägnanten Geschmack. Von sehr mild bis gefühlt tödlich ist da tatsächlich alles dabei. Während in Indien dafür vorwiegend Gewürzmischungen zum Einsatz kommen, die man Masala nennt, dominieren in der thailändischen Küche unterschiedliche Pasten die Küche. Diese werden oft in Kokosmilch eingerührt. Thailändische Currys sind also meist flüssiger als indische. Und auch etwas leichter. Nach der kleinen Warenkunde kommen wir jetzt aber endlich mal zur zentralen Fragen: Welcher Wein zu Curry?

Wein zu Curry: Indisches Curry in einem Metallschälchen, drum herum liegen kleine Chili-Schoten
Wein zu Curry: Was passt, entscheidet der Schärfegrad.

Wein zu Curry Korma

Um genau diese Frage zu beantworten, wenden wir uns den unterschiedlichen Schärfegraden zu, die man grob in drei Stufen einteilen kann. Steht bei einem Curry das Wort Korma dabei, ist es in der Regel eher mild. Hier ist die Auswahl zum Thema Wein zu Curry am einfachsten. Und am vielfältigsten. Mit einem fruchtigen Weißwein macht man da eigentlich nie etwas falsch. Das kann ein körperreicher Pinot Grigio aus Venetien oder aber das deutsche Pendant Grauburgunder aus Baden oder der Pfalz sein sein. Auch ein Silvaner aus Franken oder Rheinhessen passt als Wein zu Curry, das auf der milden Genussseite steht, sehr gut. Die milden Aromen des Gerichts werden nicht überdeckt, aber auch der Wein geht nicht unter.

Selbiges gilt auch für Chardonnay. Dieser kann sogar leicht im Holz ausgebaut worden sein. Allerdings tatsächlich nur leicht. Ist der Fasseinsatz zu stark, betont das die herben Noten im Wein. Was dann wiederum dazu führt, dass feine Curry-Noten ungeschmeckt verschwinden. Wenn im Curry übrigens Sahne oder Kokosmilch drin sind, darf der Wein der Wahl übrigens gerne eine etwas höhere Weinsäure haben, um gegen das Fett im Essen ankommen zu können. Ein junger und fruchtiger Riesling passt hier zum Beispiel gut. Und wenn’s doch bei einem Chardonnay bleiben soll, eignet sich ein Chablis hervorragend.

Wein zu Curry Madras

Mittelscharf sind in der Regel Madras-Currys. Hier ist schon ein wenig mehr Chili mit im Spiel. Was uns nahtlos zu einer Kulinarikweisheit bringt. Je schärfer das Essen, desto mehr Restsüße darf der Wein zu Curry haben. Damit einher geht dann meist ein niedrigerer Alkoholgehalt. Und das ist auch gut so. Denn alkoholstarke Weine verstärken das Brennen von scharfen Gewürzen im Mund. Weil wir bei der Schärfe noch etwas Luft nach oben brauchen, bringen wir an dieser Stelle erst einmal Spätlesen ins Spiel. Sprich: Weine, deren Trauben sehr reif und spät gelesen wurden. Sie bringen meist eine schöne Fruchtigkeit und Süße mit. Außerdem haben sie nicht ganz so viel Weinsäure. Denn auch Säuren aller Arten verstärken den Schärfegrad in Speisen.

Auch hier wäre unser Tipp Silvaner. Nur eben als Spätlese. Oder ein besonders fruchtiger Grauburgunder. Auch ein Riesling Kabinett ist eine gute Wahl. Sauvignon Blanc ist zwar naturgemäß mit einer etwas höheren Weinsäure gesegnet, die aber gerade bei den Vertretern aus Neuseeland (vor allem aus Marlborough) durch die vielen exotischen Früchte ausbalanciert wird. Der Clou: bei einem Curry Madras spielt man ja gerne mit dem Kontrast von Schärfe und Süße. Da findet dann schon mal schnell eine Mango oder etwas Ananas ihren Weg in den Topf. Und diese Aromen greift ein Sauvignon Blanc wieder auf. Das verspricht perfekte Harmonie. Wer nicht ganz so weit im Glas reisen möchte, der findet mit einer Scheurebe eine perfekte deutsche Alternative. Das Aromenspektrum ist hier ähnlich. Zudem hat die Scheurebe einen kleinen Vorteil. Nämlich etwas weniger Weinsäure als Sauvignon Blanc. Aus dem gleichen Grund passt auch ein Gewürztraminer aus dem Elsass hier gut.

Wein zu Curry: Rotes Curry in einer Holzschale von oben fotografiert. Daneben eine Schale mit Reis, eine kleine Schale mit bunten Pfefferkörnern und zwei roten Chilis
Zu einem Curry Madras passen fruchtige Weißweine sehr gut.

Wein zu Curry Vindaloo

Womit wir jetzt bei der Schärfegrad-Königsklasse wären. Curry Vindaloo. Hier kann ein ungeübter oder auch besonders empfindlicher Gaumen schon mal leicht Feuer spucken. So scharf ist es. Reflexartig denken wir deswegen erst einmal an ein Glas Milch oder ein fruchtiges Lassi, um das Brennen im Mund etwas zu mildern. Doch auch ein Glas Wein zu Curry Vindaloo ist durchaus möglich. Wenn man auf der süßeren Seite bleibt. Womit wir wieder beim Riesling Kabinett wären. Dieser sollte allerdings nicht trocken, sondern feinherb ausgebaut sein. So haben Sie mehr Restsüße und damit auch weniger Alkohol im Glas. Beides kann dem Gericht die unglaubliche Schärfe ein wenig nehmen.

Noch süßer geht bei einem richtig scharfen Curry natürlich auch immer. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Auslese oder sogar Trockenbeerenauslese? Da muss es auch nicht zwingend ein Riesling sein. Scheurebe oder Sauvignon Blanc gehen hier ebenso wie Sémillon. Letzteres bringt uns dann nahtlos ins Bordeaux. Und zwar in die Appellation Sauternes, um genau zu sein. Die üppige Süße dieser Dessertweine kann der Schärfe einiges entgegenhalten. Versprochen.

Chilipaste in einem Mörser in der Nahaufname
Scharf, schärfer - Curry Vindaloo!

Und was ist mit Schaum- oder Rotwein?

Ihnen ist wahrscheinlich schon längst aufgefallen, dass wir bis hierhin ausschließlich Tipps mit Weißwein zu Curry gegeben haben. Das hat auch einen Grund. Mehrere, um ehrlich zu sein. So sehr wir Champagner, Winzersekt oder Crémant als Speisenbegleiter zu schätzen wissen, können wir sie im Fall von Curry nicht empfehlen. Denn die Kohlensäure verstärkt Aromen. Und damit auch die Schärfe im Essen. Leider.

Auch Rotwein ist nur eine bedingt gute Idee. Zum einen sind da die Tannine, die das Brennen im Rachen befeuern. Das kann sehr schnell sehr unangenehm sein. Nun könnte man natürlich zu einem Roten mit weniger Gerbstoffen greifen. Einem Pinot Noir aus dem Burgund zum Beispiel. Ein Gamay aus dem Beaujolais hat zwar auch wenig Tannine, kommt aber mit recht blumigen Noten daher, die nicht unbedingt zu den Curry-Aromen passen.  Das alles macht eine Kombination tatsächlich sehr schwierig. Genau deswegen kommen unsere unterschiedlichen Tipps allesamt ausschließlich mit Weißwein aus. Die Pairing-Möglichkeiten sind einfach vielfältiger. In diesem Sinne: guten Appetit!

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2 Antworten auf „Wein zu Curry: Was passt?“