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Wein zu Ente und Gans: Die schönsten Kombinationen

Enten- und Gänsegerichte sind weit über Weihnachten hinaus edle kulinarische Klassiker. Da darf ein Wein zu Ente und Co. natürlich nicht fehlen. Wir haben für Sie die schönsten Pairings zusammengestellt.

Nicole Korzonnek Von Nicole Korzonnek

  | 2. Dezember 2021

Wenn es um Ente oder Gans geht, kann es rund um das Thema Beilagen schon mal schnell zu echten Diskussionen kommen. Ist jetzt Rotkohl oder Blaukraut dazu am besten? Je nach Region wird der Gewinner da anders aussehen. Und dann geht es natürlich auch um die Familientradition. Was reicht man denn bei Ihnen traditionell? Klöße, Kartoffeln oder Kroketten? Sie sehen: die Beilagen haben durchaus Zündstoffpotenzial. Wenn es aber um Wein zu Ente oder Gans geht, kehrt in den meisten Familien und Freundeskreisen dann doch schnell wieder Ruhe ein. Denn hier hat vor allem eine Rebsorte Hochsaison: dem Burgund, Baden, Central Otago oder vielleicht sogar Washington State - Pinot Noir ist als Wein zu Ente und Gans immer eine gute Wahl.

Denn die feine Weinsäure "schneidet" sich quasi durch das Geflügelfett, was viele Menschen als äußerst angenehm empfinden. Zugleich dominieren die fruchtigen und oft erdigen Noten eines Pinot Noir das Essen nicht, gehen aber auch nicht unter. Eine Win-win-Situation also. Nun mag aber nicht jeder Weinliebhaber Pinot Noir. Oder man möchte auch mal etwas Abwechslung im Glas haben. Deswegen haben wir mal ein paar andere Vorschläge für Sie, welcher Wein zu Ente oder Gans noch so ins Glas kommen könnte.

Gänsekeule mit Rotkohl, Klößen und Äpfeln auf einem weihnachtlich gedeckten Tisch
Klassische Weihnachtskombi - aber welcher Wein dazu?

Wein zu Ente und Gans: Tricky Tannin

Obwohl das Fett eines Gänsebratens Gerbstoffe meist abmildert, ist ein Rotwein mit sehr präsenten Tanninen meist nur eine suboptimale Wahl. Denn er kann nur allzu schnell die feinen Geschmacksnuancen des Gerichts überdecken. Und das wäre doch mehr als schade. Wer trotzdem nicht auf seinen Shiraz aus dem Barossa Valley, seinen Tempranillo aus der Rioja oder seinen Barolo aus dem Piemont verzichten möchte, der greift am besten zu einer gereiften Variante. Hier sind die Tannine schon etwas runder, sodass der Wein einfach besser zum Essen harmoniert.

Rotwein wird aus einer Weinflasche in ein Weinglas eingegossen

Selbiges trifft übrigens auch auf einen Bordeaux zu. Vor allem, wenn dieser aus dem Haut-Médoc stammt und dementsprechend einen meist hohen Anteil Cabernet Sauvignon hat. Im Gegensatz zur Rebsorte Merlot, die zum Beispiel in Saint-Émilion die Basis in einem Bordeaux-Blend bildet, sind hier die Gerbstoffe gerade in jüngeren Jahren noch oft sehr ruppig und stark ausgeprägt. Das kann die Aromen einer knusprigen Ente oder Gans recht schnell überdecken.

Noch mehr stille und schäumende Tipps

Generell gilt also, dass die Tannine nicht zu stark ausgeprägt sein sollten, die Weinsäure dafür aber gerne etwas höher sein darf. Neben Pinot Noir empfehlen wir deswegen immer wieder gerne einen Zweigelt aus dem österreichischen Burgenland oder Carnuntum. Denn die geforderten Eigenschaften treffen hier bestens zu. Wer ein wenig weiter in die Ferne streifen möchte, kann es auch gerne mit einem Chianti Classico aus der Toskana probieren. Die Weine haben die Rebsorte Sangiovese als Basis. Und diese hat nicht nur wenig Gerbstoffe, sondern eben auch eine höhere Weinsäure.

Nicht minder interessant ist übrigens eine Kombination mit einem etwas kräftigeren Beaujolais. Die Rebsorte Gamay, die hier federführend ist, ist ebenso fruchtig wie frisch. Und damit ebenso ideal geeignet. Wer es gerne noch etwas edler - und vielleicht auch gewagter - haben möchte, der kann als Wein zu Ente und Gans auch gerne mal eine schäumende Variante in Form eines Rosé-Champagners versuchen. Natürlich geht auch ein weißer Champagner, der hauptsächlich aus Pinot Noir oder Pinot Meunier besteht, die dem Schaumwein ein wenig mehr Griff und Substanz geben. Die Rosé-Alternative hat in der Regel aber etwas mehr Substanz und kann sich so gegen das würzige Essen besser behaupten.

Welcher Wein zu Ente - Entenkeule in einer gusseisernen Pfanne.
Gerbstoffreiche Weine taugen zu Ente und Gans nur bedingt.

Weißwein zu Ente und Gans

Jetzt war hier die ganze Zeit von diversen Rotweinen die Rede. Aber natürlich ist auch Weißwein zu Ente oder Gans oft ein absoluter Genussgarant. Vor allem, weil man sich hier um die Gerbstoffe erst gar nicht zu kümmern braucht. Einfach, weil Weißwein diese in der Regel kaum hat. Allerdings spielt auch hier das Thema Weinsäure eine wichtige Rolle: sie muss zur Genüge vorhanden sein. Ein milder Weißburgunder etwa geht bei einem fettigen Gänsebraten zum Beispiel rettungslos unter. Und auch ein schlanker Chardonnay hat es schwer. Anders verhält es sich, wenn der Chardonnay etwas kräftiger ist, weil er im Holzfass ausgebaut wurde. Mit einem Chablis aus dem Burgund oder einem Chardonnay aus Kalifornien liegen Sie da im Zweifelsfall also goldrichtig.

Ein Glas mit Weißwein auf einem Tisch mit weißer Tischdecke und einem Schattenspiel

Man muss aber nicht immer in die Ferne schweifen. Auch ein deutscher Riesling kann als Wein zu Ente oder Gans entzücken. Weinsäure ist hier sehr deutlich vorhanden. Und wenn der Riesling auch noch gereift und vielleicht sogar ein Großes Gewächs ist, dann ist großer Genuss quasi garantiert. Denn hier hat der Wein ordentlich Substanz und auch noch wunderschöne Reifenoten von getrockneten Früchten. Gerade zu einer Gans, die ja auch gerne mal frischem oder gedörrtem Obst gefüllt ist, kann das ganz hervorragend passen. Genau das gilt auch für einen Grünen Veltliner. Das Prinzip Großes Gewächs lässt sich hier eins zu eins auf einen Grünen Veltliner Smaragd aus der Wachau übertragen.

Gänsekeule mit Rotkohl und Kartoffeln auf einem weißen Teller vor einem weißen Hintergrund.
Zur klassischen Ente oder Gans kann auch ein Weißwein hervorragend passen.

Wein zu Ente à l’Orange

Neben der weihnachtlichen Variante mit Klößen und Rotkohl gibt es noch ein weiteres beliebtes Entengericht, das quasi ganzjährig Saison hat: Ente à l’Orange. Bei dem wohl berühmtesten Rezept des legendären französischen Sternekochs René Lasserre ist der Name Programm. Wobei die bekannte Sauce nicht nur aus Orangen und deren Saft besteht, sondern oft auch einen gehörigen Spritzer Essig mit dabei hat. Genau dieses Kombination aus süß, sauer und leicht bitter macht den Reiz des Gerichts aus. Nun sind aber weder süße, sauer noch bitter pflegeleichte Pairing-Partner, wenn es um Wein zu Ente geht.

Der Wein darf weder zuviel noch zu wenig Weinsäure haben und weder zu trocken noch zu süffig sein. Es wird also ein kleiner Tausendsassa gesucht. Und den findet man meist, wenn man zu einem Grauburgunder greift. Dieser hat volle Fruchtaromen und genau das richtige Maß an Weinsäure. Wer zu dem französischen Küchenklassiker einen nicht minder klassischen Wein genießen möchte, dem empfehlen wir indes einen weißen Bordeaux. Und wenn es etwas spezieller sein kann, dann darf auch gerne mal ein weißer Châteauneuf-du-Pape dazu im Glas landen.

Wein zu Ente: Zerlegte Ente auf einem schwarzen Schieferbrett mit Orangenscheiben.
Klassiker der französischen Küche: Ente à l’Orange.

Wein zu Ente: Hauptsache, es schmeckt!

Bei all den Tipps, denen wir Ihnen eben gegeben haben, gilt vor allem eins: der Wein zu Ente, Gans und Co. muss Ihnen und Ihren Gästen schmecken! Da Ente und Gans ja meistens rund um Weihnachten auf dem Teller landen, ist das im Regelfall also die Familie. Hier können die Geschmäcker bekanntlich höchst verschieden sein. Während Opa Gustav nur gereiften Bordeaux trinkt, besteht Tante Erna auf ihren Riesling Kabinett. Und bei Bruder Thomas kommt ausschließlich junger Tempranillo ins Glas. Familie eben. Wir raten in diesem Fall dringend dazu, sich einfach mal zurückzulehnen und zu entspannen.

Wenn jemand unbedingt Tempranillo zur Gans genießen möchte, dann ist das eben so. Und von dem Riesling Kabinett trinken Sie ja vielleicht ein Gläschen mit? Der passt nämlich tatsächlich recht gut zu einer ebenso knusprigen wie würzigen Ente. Machen Sie einfach nicht nur eine Flasche nach der nächsten, sondern mehrere gleichzeitig auf. So kommt jeder auf seine Kosten - und es herrscht harmonischer Frieden am Tisch. Jedenfalls, wenn es um die Weinauswahl geht.

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