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Welcher Wein zu Kürbis?

Im Herbst hat Kürbis nicht nur als Dekoration Hochsaison, sondern auch auf dem Teller. Ob nun gebraten oder gegrillt, als Chutney und als Suppe. Bleibt nur die Frage, welcher Wein zu Kürbis passt. Wir verraten es Ihnen!

In Sachen Vielfalt kann dem Kürbis keiner so schnell das Wasser reichen: Weltweit gibt es 130 Kürbis-Gattungen mit insgesamt 800 verschiedenen Sorten. Das ist schon mächtig beeindruckend. Gut, nicht alle davon sind essbar. Aber trotzdem landen immerhin noch 200 unterschiedliche Kürbis-Arten in Pfanne, Topf, Grill und Co. Und das auch zu Recht, denn er ist nicht nur sehr lecker und abwechslungsreich, sondern dank Magnesium, Kalium, Selen, Linolsäure, Phytosterole sowie der Vitamine A, E und K auch noch gesund. Da verwundert es nicht, dass immer mehr Menschen dieses Gemüse, das übrigens streng genommen eine Beerenfrucht ist, da die Kerne frei im Fruchtfleisch liegen, zu einem schmackhaften Gericht verarbeiten. Aber welcher Wein passt zu Kürbis?

Schon klar: Kürbis ist nicht gleich Kürbis. Es gibt aber etwas, das alle unterschiedlichen Arten eint: ein nussiges Aroma. Das trifft vor allem auf Hokkaido und Butternut zu, die hierzulande die beiden beliebtesten Kürbissorten sind. Allen voran Hokkaido, den man auch ungeschält zubereiten kann. Die nussigen Aromen werden von Burgundersorten ideal ergänzt. Also von Weiß- und Grauburgunder, Pinot Noir, hierzulande auch Spätburgunder genannt, und Chardonnay. Jetzt gibt es bei den Weinen natürlich viele unterschiedliche Stilistiken. Zum Glück. Denn die Zubereitung bestimmt, welcher Wein zu Kürbis passt. Schauen wir uns das im Detail mal genauer an.

Von fein bis scharf: Wein zu Kürbissuppe

Sie ist der Klassiker unter den Kürbisgerichten: die Kürbissuppe. Hier gibt es unzählige Spielarten. Konzentrieren wir uns auf die gängigen Zubereitungsarten. Als Vorspeise wird die Kürbissuppe zum Beispiel gerne mit Sahne oder einem Klecks Crème fraîche verfeinert. Das Fett in diesen Milchprodukten sorgt dafür, dass die nussigen Aromen besonders elegant in den Vordergrund treten. Und dazu passt ein ebenso eleganter Weißburgunder. Wenn dieser dann auch noch im Stahltank und nicht im Eichenfass ausgebaut wurde, ist das ideal, denn so harmonieren die feinen Aromen, und der Wein ergänzt den Kürbis ideal. Auch ein Chardonnay, der nicht im Holz ausgebaut wurde, kann ein echtes Geschmackserlebnis sein. Vor allem, wenn statt Sahne oder Crème fraîche ein Schuss Kürbiskernöl das Gericht aufpeppt.

Ist die Suppe etwas schärfer, weil zum Beispiel Ingwer mit drin ist, darf der Wein ruhig ein wenig Restsüße haben. Süß und scharf passen ja bekanntlich sehr gut zusammen. Wir denken da natürlich spontan an einen halbtrockenen Riesling oder aber einen Riesling Kabinett. Beides eine tolle Wahl. Aber auch eine Silvaner Spätlese aus Franken oder Rheinhessen hat eine ganz wunderbare Restsüße. Probieren Sie es einfach mal aus! Nicht minder interessant ist auch ein Gelber Muskateller, der die Ingwer-Noten komplettiert oder ein Gewürztraminer, der generell die Aromen bei scharfen Gerichten hervorhebt. Was bei einer Suppe passt, geht übrigens auch zu einem Kürbispüree, da dieses ähnliche Zutaten hat und auch von fein bis scharf variiert.

Kürbissuppe in einem ausgehöhlten Kürbis serviert, mit geröstetem Brot und Crème fraîche.
Wein zu Kürbis: Wir empfehlen Weißburgunder zur Suppe.

Gebackener, gebratener und gegrillter Kürbis

Kommen wir zu den herzhafteren Zubereitungsarten. Und genau die bestimmen, welcher Wein zu Kürbis passt. Mit Ziegenkäse und Rosmarin gebackener Kürbis ist etwa schon recht kräftig. Genau das darf dann auch der Wein sein. Wir empfehlen da zum Beispiel einen charaktervollen deutschen Grauburgunder oder einen Chardonnay aus dem Burgund. Dieser darf auch ruhig eine leichte Holznote vom Ausbau und einen dementsprechend voluminöseren Körper haben. Aber Achtung: Ist bei Ihrem gebackenen Kürbis Honig mit im Spiel, können solche kräftigen Weißweine den dann feineren Geschmack des Essens überdecken. Und sich vor allem mit dem süßen Honig beißen. Da reichen wir doch lieber wieder einen restsüßen Silvaner oder Riesling dazu. Oder einen nicht ganz so trocken ausgebauten Gewürztraminer, dessen Rosen-Noten den Honig ganz wunderbar ergänzen.

Wenn ein Kürbis gebraten oder gegrillt wird, entstehen Röstaromen. Dazu empfiehlt sich per se erst einmal ein Rotwein. Und zwar ein schön schlanker und fruchtiger Spätburgunder, wenn der Kürbis nur wenige Röstaromen hat. Da ist die Tanninstruktur meist feiner und harmoniert gut - vor allem, wenn noch Kalbs- oder Schweinefleisch dazu gereicht wird. Wir greifen da auch mal gerne zu einem Chianti Classico aus der Toskana, um etwas mehr Abwechslung zu haben. Ist der Kürbis scharf gegrillt und liegt neben Lamm- oder Rindfleisch, dann dürfen es auch ruhig kräftigere Gerbstoffe sein. Wie zum Beispiel in einem Barolo aus dem Piemont oder einem Blaufränkisch aus dem Burgenland oder Carnuntum.

Geröstete Kürbis-Spalten auf Backpapier mit Feta und Minzblättern
Zu geröstetem Kürbis passt ein Spätburgunder.

Wein zu Kürbis-Chutney

Einer der großen Kulinarik-Trends sind Chutneys in allen möglichen Variationen. Das Zusammenspiel von Süße, Säure und Schärfe ist ein echter Gaumenkitzler. Aber gerade diese Kombination macht ein Wein-Pairing oft nicht so einfach. Trockene Weine harmonieren manchmal nicht mit der Süße, restsüße Weine hingegen kommen oft gegen die Säure im Chutney nicht an. Deswegen lohnt es sich, da ein wenig um die Ecke zu denken und Weißweine in die Planung mit einzubeziehen, die normalerweise nicht in der ersten Reihe stehen, wenn es um die Speisenbegleitung geht. Die Rede ist von den beiden Bouquet-Sorten Scheurebe und Gewürztraminer. Deren exotische Fruchtaromen passen ganz wunderbar zu einem Kürbis-Chutney!

Wer mit diesen doch recht speziellen, weil höchst aromatischen, Rebsorten nichts anfangen kann, probiert indes vielleicht einen Silvaner oder doch eine Riesling Spätlese dazu. Denn das ist ja das Schöne an der Kulinarik: sie ist höchst individuell. Welcher Wein zu Kürbis passt, das entscheidet letztlich nur einer. Nämlich ihr Gaumen. Erlaubt ist, was schmeckt. Genuss kann so einfach sein!

Nicole Korzonnek

Von Nicole Korzonnek

Früher vor allem im Kulturjournalismus zuhause, begeistert sich Nicole Korzonnek nicht erst seit dem obligatorischen Pausen-Sekt im Theaterfoyer für Wein. Neben Theaterkritiken für die FAZ und Artikel für diverse Kulturformate brachte sie ihr journalistischer Weg über die Jahre immer mehr in Richtung Wein. Ob nun mit einem eigenen Blog oder eben als Copywriterin & Chief Editor Wine Magazine bei Wine in Black, wo sie die Geschichten hinter den Weinen entdeckt und dann auch begeisternd erzählt.

Weine aus unserem Shop, die zu diesem Artikel passen:

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