Kategorien
Kulinarik

Welcher Wein zu Risotto?

Neben Pizza und Pasta gehört Risotto ohne Zweifel zu den Nationalgerichten Italiens. So simpel die Zubereitung ist, so vielfältig sind die Variationen. Welcher Wein zu Risotto passt? Wir verraten es Ihnen!

Reis, Brühe und Wein bilden die Grundlagen für ein Risotto. Und meistens auch noch Parmesan und Zwiebeln. Andünsten, nach und nach zusammenschütten, regelmäßig rühren, fertig. Was sich so simpel anhört, ist für die Italiener tatsächlich eine Wissenschaft für sich. Da wäre schon allein die Glaubensfrage, welcher Reis am besten ist. Um Sorten wie Arborio, Vialone und Carnaroli werden hitzige Debatten geführt, die dann nahtlos darin münden, wie die ideale Konsistenz des Risottos denn nun zu sein hat. Schlotzig soll es sein, keine Frage. Aber trotzdem noch bissfest. Oder etwa nicht?

So schnell kann aus einem landestypischen Gericht ein nationales Streitthema werden. Und da sind wir noch nicht einmal bei der allergrößten der großen Fragen angelangt! Nämlich welcher Wein zu Risotto gereicht wird! Hier ist entscheidend, welche weiteren Zutaten in das norditalienische Gericht kommen. Was folgt, ist ein Überblick der beliebtesten Variationen - inklusive dazugehöriger Weinempfehlungen.

Zutaten für ein Risotto auf einem Tisch
Schon allein beim Risotto-Reis scheiden sich die Gemüter!

Wein zu Risotto bianco und alla milanese

Fangen wir beim Ursprung des beliebten Gerichts an: dem Risotto bianco. In den Klassiker aus dem Piemont kommt zusätzlich Salbei mit hinein. Am besten passt da dann natürlich ein Weißwein aus der Region. Womit wir bei der Rebsorte Cortese - und damit bei einem Gavi - wären. Der fruchtige und säurebetonte Wein mit seinen frischen Zitrusnoten nimmt dem Risotto seine Wuchtigkeit und ist daher nicht nur ein idealer Begleiter für die weiße Variante des Reisgerichts, sondern ein idealer Allrounder für Risotto generell. Wer übrigens nicht so gerne italienische Weine trinkt, kann hier auch gut auf einen knackigen Riesling zurückgreifen.

Das Risotto alla milanese hat - man ahnt es schon - seinen Ursprung in Mailand. Etwas östlich vom Piemont gelegen dominieren hier neben den Safranfäden auch das Mark von Rinderknochen, die für diese Variante wichtig sind. Feine Noten treffen also auf herzhafte Nuancen. Und genau deswegen weichen wir an dieser Stelle mal vom regionaltypischen Standard ab. Denn der wäre ja ein Lugana aus der Lombardei. Dieser frische und leichte Wein passt zwar sehr gut zum Safran, geht beim intensiven Geschmack des Rinderknochenmarks indes etwas unter. Im Gegensatz zum Soave aus Venetien, aus dem Nordosten Italiens.

Soave heißt übersetzt "fein" - und genau so ist dann auch die Nase dieses Weins, der hauptsächlich aus der weißen Sorte Garganega gekeltert wird. Am Gaumen dominieren dann aber Mandel- und Zitrusaromen sowie eine gewisse Bitternote, die allesamt hervorragend gleichermaßen zu Safran und dem Mark der Rinderknochen passen. Selbiges gilt aber auch für einen klassischen Pinot Grigio aus Venetien oder - als deutsche Variante - einen Grauburgunder.

Ein Teller neben einem Glas Wein zu Risotto bianco auf einem hell gedeckten Tisch.
Risotto bianco - mit Zitronenzesten und Basilikum aufgepeppt.

Gereifter Weißwein zu Risotto mit Pilzen

Steinpilzrisotto gehört vor allem hierzulande zu den ganz großen Klassikern rund um das italienische Reisgericht. Meistens werden getrocknete Steinpilze verwendet, die dem Risotto eine wunderbar erdige und herbe Note verleihen. Das ist ein Geschmack mit Substanz. Und ebenso sollte dann auch der passende Wein als Begleitung sein. Wer hier gerne konsequent bleiben und Italien im Glas haben möchte, dem empfehlen wir einen kräftigen italienischen Chardonnay.

Aber bitte nicht aus dem Holzfass! Das wäre für die feinen Risotto-Aromen dann doch etwas zu kräftig und der Wein könnte schnell zu dominant sein. Aber ein cremiger Chardonnay aus dem Edelstahltank ist eine hervorragende Begleitung. Auch darf der Wein gerne schon etwas gereift und damit etwas tiefgründiger und komplexer sein. Das nämlich ergänzt die erdigen Noten eines Steinpilz-Risottos. Neben einem italienischen Chardonnay machen hier übrigens auch noch gereifte Rieslinge oder österreichische Grüne Veltliner eine tolle Figur.

Ein Glas Weißwein zu Risotto in einer Schüssel mit Champignon-Pilzen.
Ein ganz großer Klassiker: Risotto mit Pilzen.

Feinere Weine zu Trüffel-Risotto

Nun ist Trüffel ja bekanntlich auch ein Pilz. Allerdings ein ebenso edler wie feiner. Mit einem üppigen Chardonnay kann man hier nur bedingt punkten. Die Rebsorte an sich ist aber schon goldrichtig. Denn sie ist ein Garant für Weine mit einem ausgeprägten Körper, der die Noten von Apfel, Melone, Banane oder anderen exotischen Früchten ebenso elegant wie unaufgeregt transportiert. Und genau so etwas braucht der Trüffel!

Da es hier aber wirklich fein und vor allem subtil zugehen darf, ist ein Chardonnay aus dem Burgund geradezu prädestiniert. Wie wäre es zum Beispiel mit einem cremig-vollmundigen Chablis? Oder einem etwas säurebetonteren Meursault? Auch aus Kalifornien kommen inzwischen sehr elegante Chardonnay-Weine. Wichtig ist hierbei nur, dass sie nicht im Holz ausgebaut wurden. Denn Barrique-Noten würden den zarten Geschmack von Trüffeln komplett überdecken. Wenn man mit Chardonnay nichts anfangen kann, ist die weiße Rebsorte Marsanne übrigens eine tolle Alternative. Vor allem, wenn es ein Marsanne von der nördlichen Rhône ist.

Weinbegleitung zu Risotto mit Meeresfrüchten

Eine ganz klassische Kombination zu Garnelen, Tintenfischen oder Muscheln ist ja ganz eindeutig ein Weißwein aus Chenin Blanc. Die präsente Weinsäure und die feine Struktur ergänzen Meeresfrüchte und auch Fisch ideal. Vor allem, wenn der Chenin Blanc aus dem Loire-Tal kommt. Wer es etwas üppiger bevorzugt, wechselt einfach den Kontinent und greift zu einem Chenin Blanc aus Südafrika.

Grün gedeckter Tisch mit einem Teller Risotto mit Meeresfrüchten in der Draufsicht. Daneben steht ein Glas Weißwein.
Ein Risotto mit Meeresfrüchten lässt sich prima mit Chenin Blanc kombinieren.

Es gibt aber noch ein anderes ideales Pairing für Meeresfrüchte aller Arten. Nämlich Sherry! Zugegeben, Finos und Manzanillas fallen einem klassischerweise nicht sofort als Speisenbegleitung ein. Aber so ein Sherry aus Palomino-Trauben passt mit seinem salzigen Kick im Finish ganz phantastisch zu den Meeresnoten von Gamba, Muschel und Co. Wobei das allerdings generell für Weißweine gilt, die mit einer mineralischen Salznote am Ende bestechen. Was uns dann wieder an die französische Loire bringt. In die Gegend rund um Sancerre, um genau zu sein. Und hier ist dann Sauvignon Blanc, der auf dem legendären Feuerstein-Boden gedeiht, absolut Trumpf!

Wein zu Risotto mit Spargel oder Kürbis

Während im Frühling gerne Spargel im Risotto landet, findet im Herbst oft der Kürbis seinen Weg in das beliebte italienische Reisgericht. Wie auch schon bei den Meeresfrüchten verlassen wir in beiden Fällen Italien, wenn es um die passende Wahl der Weine geht. Das volle Aroma von grünem Spargel etwa liebt auch einen herzhaften Tischgesellen. Ein kräftiger deutscher Grauburgunder ist hier genau das Richtige. Kommt weißer Spargel ins Risotto, darf es auch gerne wieder quer durch Deutschland im Glas gehen: Mit einem Silvaner aus Franken oder Rheinhessen, oder einem Weißburgunder aus Baden oder der Pfalz.

Ähnlich verhält es sich auch beim Risotto mit Kürbis. Ein Grauburgunder ergänzt die nussig-buttrigen Aromen ideal. Hier darf es dann aber auch gerne wieder die italienische Variante als Pinot Grigio sein. Vor allem, wenn er auf der fruchtigen Seite der Geschmacksskala steht. Wobei auch ein schöner Weißburgunder oder ein Silvaner super passen.

Und was ist mit Rotwein zu Risotto?

Vielleicht haben Sie sich schon gewundert, dass wir bis dato ausschließlich Weißwein zu Risotto empfohlen haben. Das hat einen Grund. Denn schließlich wird Wein ja nicht nur dazu getrunken. Risotto wird bekanntlich auch mit Wein gekocht. Und hier sehen die meisten Rezepte Weißwein vor. Für eine größtmöglichste Geschmacksharmonie ist es ratsam, der Weinfarbe treu zu bleiben.

Ja, mehr noch: Der Wein, mit dem Sie Ihr Risotto kochen, empfiehlt sich zugleich auch als Speisenbegleiter. Die Aromen sind ja schließlich schon im Essen drin! Gerade, wenn man noch ein Kochneuling ist, ist man damit immer auf der sicheren Seite. Wer aber mutig sein möchte, der probiert zu einem Risotto alla milanese dann auch mal einem Dolcetto d'Alba oder kombiniert sein Meeresfrüchte-Risotto mit einem Rosato. Auch diese Kombinantion wird so schnell niemand bereuen. Und vergessen Sie bitte nie: das alles sind lediglich Empfehlungen. Was Ihnen schmeckt, das entscheiden einzig und alleine Sie selbst!

Nicole Korzonnek

Von Nicole Korzonnek

Früher vor allem im Kulturjournalismus zuhause, begeistert sich Nicole Korzonnek nicht erst seit dem obligatorischen Pausen-Sekt im Theaterfoyer für Wein. Neben Theaterkritiken für die FAZ und Artikel für diverse Kulturformate brachte sie ihr journalistischer Weg über die Jahre immer mehr in Richtung Wein. Ob nun mit einem eigenen Blog oder eben als Copywriterin & Chief Editor Wine Magazine bei Wine in Black, wo sie die Geschichten hinter den Weinen entdeckt und dann auch begeisternd erzählt.

Weine aus unserem Shop, die zu diesem Artikel passen:

4 Antworten auf „Welcher Wein zu Risotto?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.