Seit über 150 Jahren gehört Reichsrat von Buhl zur ersten Riege der deutschen Weingüter. In kurzer Zeit erlangte der damals junge Erzeuger Franz-Peter Buhl sowohl deutschlandweit als auch international Renommee. Im Jahr 2013 ging erneut ein Raunen durch die Weinpresse. Denn Mathieu Kauffmann, der ehemalige Chef de Caves des famosen Champagnerhauses Bollinger, stieg bei von Buhl als Winzer ein und wurde bereits 2019 'Winzer des Jahres'.
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5 Sterne (5/5) Falstaff Weinguide 2019
"Kauffmann hat einen neuen Ton an die Mittelhaardt gebracht: Nachdenklich und zuweilen fast grüblerisch wirkend, ist dieser Ton die Folge eines Urteilsvermögens, das so gesund ist, dass es keine Angst vor Zweifeln haben muss. Gemeinsam mit dem klugen Strategen Richard Grosche geht Kauffmann jedes Jahr einen Schritt weiter: Die neuen Weine zeigen, dass selbst der Riesling nur Vehikel zum Ausdruck des Terroirs ist, wenn dieses Größe besitzt wie in den besten Lagen Forsts und Deidesheims. Viel Genuss voraus!"
4 rote Trauben Gault&Millau WeinGuide Deutschland 2019
"Seit nunmehr fünf Jahren ist Geschäftsführer Richard Grosche zusammen mit dem technischen Direktor Mathieu Kauffmann im Amt und mit dem langjährigen Außenbetriebsleiter Werner Sebastian für die von Buhl'schen Weine verantwortlich. Kauffmann war lange Jahre Kellermeister im Champagnerhaus Bollinger. Ungemein cremige Schaumweine sind das Resultat. Dieser Stil kommt nach dem ersten (positiven) Schock in der deutschen Sektszene allerdings so gut an, dass man Mathieu Kauffmann längst einen Verdienstorden für diesen überfälligen Impuls anheften sollte."
4,5 Sterne (4,5/5) Eichelmann 2019 Deutschlands Weine
"Seit 2009 ist der Betrieb bio-zertifiziert. Seit das neue Team am Ruder ist erfolgte auch ein Stilwandel, hin zu konsequent durchgegorenen Weinen, auch die Sekte, die schon seit gut 20 Jahren von zuverlässiger, sehr guter Qualität waren, gewinnen mit jedem neuen Jahrgang mehr an Profil, heute zählt das Gut wieder zur Spitze in Deutschland. "

Beheimatet ist Reichsrat von Buhl in Deidesheim, im Herzen der Pfalz. Das Haus wurde aus einer Erbteilung des Jordan'schen Weingutes 1849 von Franz-Peter Buhl gegründet. Von Beginn an zeichnete sich von Buhl durch die Bewirtschaftung bester Riesling-Lagen aus. So befand sich damals schon die 29 Hektar große Lage Forster Ungeheuer im Besitz des Weinguts.
Heute führt von Buhl diese Tradition fort. Das VDP-Gründungsmitglied verfügt über knapp 60 Hektar auf den renommiertesten Weinlagen der Mittelhaardt, auch 'Paradies für Edelweine' genannt. Erzeugt werden neben Sekt und Weißwein auch Rotwein, Rosé und Süßwein. Zum Weinbergsgelände gehören die acht Großen Lagen Pechstein, Jesuitengarten, Freundstück, Kirchenstück, Ungeheuer, Kieselberg, Reiterpfad 'Hofstück' und 'In der Hohl' sowie die sechs Ersten Lagen Stift, Mäushöhle, Herrgottsacker, Paradiesgarten, Musenhang und Leinhöhle. Angebaut werden neben Riesling (88 %) auch Spätburgunder (8 %) und weitere Sorten (4 %).
Der gute Ruf des Weinguts reichte sogar in den fernen Orient, von 1989 bis 2013 wurde Reichsrat von Buhl an die japanische Familie Tokuaka verpachtet. Es folgten umfassende Renovierungen im Keller und Weinberg. Seitdem stellte der Erzeuger auf naturnahe und nachhaltige Herstellung um, es werden keine Hilfsmittelchen bei Rebstock und Trauben verwendet.
Dann übernahm die Familie Niederberger das Traditionshaus. 2013 stellte Eignerin Jana Niederberger, geborene Seeger Richard Grosche Mathieu Kauffmann als Geschäftsführer ein. Die Verpflichtung von Mathieu Kauffmann, kein Geringerer als der ehemalige Chef de Cave des famosen Champagnerhauses Bollinger, war einer der größten Coups in der so reichen Geschichte des historischen Weinguts Reichsrat von Buhl. Der gebürtige Elsässer prägte den Champagner-Stil bei Bollinger für eine gute Dekade, doch er wollte unbedingt mit Riesling arbeiten.
Und schon sein erster Wurf gelang so prächtig, dass Wein-Experte Manfred Klimek in der Welt begeistert schrieb: "Es ist der erste deutsche Rieslingsekt, der ohne Zweifel mit wertvollen Markenchampagnern mithalten kann." Wenige Zeit später, 2019, kürt das Weinjournal Falstaff Kauffmann zum 'Winzer des Jahres'. Eines der offenen Geheimnisse von Kauffmann ist, sich ganzheitlich dem Wein und seinen Böden zu widmen: "Einen Wein auf seine Analysedaten zu reduzieren, das ist ja fast schon respektlos."
Im Herbst 2019 hat der bisherige Co-Geschäftsführer Richard Grosche das Haus verlassen. Den frei gewordenen Posten an der Seite von Mathieu Kauffmann, übernimmt nun der Ehemann der Eignerin Jana Seeger, Peter Hüftlein-Seeger. Mathieu Kauffmann hat das Haus ebenfalls verlassen und mit Sophie und Steffen Christmann ein eigenes Sektgut in Gimmeldingen gegründet. Der Gault&Millau Weinguide wählte Kauffmann zum Winzer des Jahres 2020.






























































