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Thörle

Einen unglaublich steilen Weg nach oben hat das Weingut Thörle in den letzten Jahren gemeistert! Der Erfolg des Familienweinguts im rheinhessischen Saulheim geht auf die zwei Brüder zurück, Johannes und Christoph Thörle, aber auch auf deren Eltern. Diese haben nämlich früh das Können und den Tatendrang der nachfolgenden Generation zu würdigen gewusst und übergaben 2006 ihren Söhnen das Zepter.

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Quick Info

  • Deutschland
  • Rheinhessen
  • Riesling, Silvaner, Burgunder
  • Top-Lagen: Hölle, Probstey

4 Trauben (4/5) Gault&Millau WeinGuide 2020
"Erneut erfreuen uns die Thörles mit einer erstklassigen Kollektion an wunderbaren Weinen, die handwerkliches Know-how ebenso wie Lagenidentität offenbaren. Zwar schwören die Brüder auf 'kontrolliertes Nichtstun' im Keller, doch auch lange Maischestandzeiten, die Arbeit mit den natürlich vorkommenden Weinbergshefen und der intelligente Fasseinsatz, der die Thörle-Weine jedes Jahr auszeichnet, machen Arbeit und erfordern alljährlich viel Konzentration. Hier zeigte vor allem der 2018er Chardonnay Barrique, was für ein großartiges Potenzial in diesem Weingut steckt."

4 Sterne (4/5) Falstaff Wein Guide 2020
"Wir haben großen Respekt davor, wie die beiden Brüder Christoph und Johannes Thörle den anspruchsvollen Jahrgang 2018 interpretiert und gemeistert haben. Galt es doch, die schnell reifenden Angebote aus den Weinbergen in die passende und niveauvolle Form zu bringen und dabei immer das Maß zu beachten. Wie beim sub­stanzreichen und tiefen Silvaner Probstey - wieder einmal einer der Besten dieser Rebsorte in Rheinhessen - sind die Resultate beeindruckend. Auch die Rieslinge aus den Saulheimer Lagen Schlossberg und Hölle können zur Gebietsspitze zählen. Saulheim in guter Form!"

4 Sterne (4/5) Eichelmann 2021 Deutschlands Weine
"Es war spannend zu sehen wie sich Christoph und Johannes Thörle in den vergangenen Jahren stetig gesteigert haben, bei Weißweinen wie Rotweinen, an der Basis wie an der Spitze. Die neue Kollektion präsentiert sich geschlossen auf hohem Niveau."

Thörle Weingut

Thörle

Ein mutiger Entschluss, der sich für das Weingut Thörle mehr als ausgezahlt hat. Schaffenslust, Neugier, Wille zur Qualität und Mut zu Neuem hielten Einzug ins nördliche Rheinhessen. Das großartige Potenzial der Saulheimer Lagen wurde wiederentdeckt und zu neuem Glanz gebracht. Dabei sind die Lagen 'Hölle' und 'Probstey' definitiv die Top-Parzellen mit ihrem exzellenten Kalksteinboden. Das Weingut nennt 25 Hektar sein Eigen, die zu 45 % mit Riesling bestockt sind. Der Rest wird mit Silvaner, Sauvignon Blanc und Burgundersorten sowie Chardonnay kultiviert. Bei der Weinbereitung versucht man, im Weinberg viel zu leisten - mit Handarbeit, Ertragsreduktion und selektiver Lese. Im Keller herrscht dafür feine Zurückhaltung, es soll kaum eingegriffen werden. Klare, würzige Sponti-Weine sind das Ergebnis, die vom kalkigen Saulheimer Terroir geprägt sind und die Mineralität des rheinhessischen Nordens zutage treten lassen.

Die Anerkennung für so viel Energie und frischen Wind ließ nicht auf sich warten: Die Thörle haben mittlerweile große 4 von 5 Trauben im Gault&Milau WeinGuide und ebenso große 4 von 5 Sterne im Falstaff Wein Guide 2020. Das nördliche Rheinhessen hat einen Spitzenbetrieb mehr.

Wine in Black Interview mit Johannes und Christoph Thörle

"Ihr sagt selbst, dass Authentizität Euch sehr wichtig ist. Was kennzeichnet Eure Arbeit? Welche Vision steht dahinter?

Für uns ist es sehr wichtig, unsere eigenen Spuren auf der Weinlandkarte zu hinterlassen. Wir wollen das Potenzial, dass die weniger bekannten Saulheimer Böden haben, herausarbeiten und in die Flaschen bringen. Authentizität bedeutet für uns, dass wir keine Stilistiken kopieren wollen, sondern unsere eigenen Ideen umsetzten, diesen treu bleiben und unseren eigenen Weg gehen.

Wenn man all eure Weine auf einen Nenner bringen müsste, wie würdet Ihr sie beschreiben?

Mineralisch. Alle diese Reben - Riesling, Silvaner, Burgunder - haben ihre großen Momente in der Weinbaugeschichte gehabt, wenn Sie auf kalksteinhaltigen Böden wuchsen. Diese Rebsorten transportieren die salzige Mineralität der Böden besonders gut und sind somit Zeugen ihrer Herkunft, was uns sehr wichtig ist.

Habt ihr Vorbilder?

Da das mittlere und nördliche Rheinhessen vor einem Jahrzehnt noch ein weißer Fleck auf der Weinlandkarte gewesen ist und sich erst in den letzten 5 Jahren einige wenige Spitzenweingüter etabliert haben, ist man hier seines eigenen Glückes Schmied. Durch fehlende 'Role Models' in der näheren Umgebung kann man in unserer Region gar nicht anders als autodidaktisch seinen eigenen Stil zu entwickeln. Ich denke, dass die von mir verfolgte Stilistik der spontanvergorenen und hefegeprägten Weine aus Holz und Stahl mit sehr niedriger Restsüße und vordergründiger Mineralität sehr gut zu den mikroklimatischen Vorbedingungen und unseren Böden passt.

Nehmen wir mal, an ein Weinliebhaber kennt Thörles Weine noch nicht - welchen Wein aus Eurer 2018er-Kollektion sollte er am besten gleich morgen probieren?

Unseren Lagenwein Schlossberg Riesling - hier erlebt man in komprimierter Weise, was man von uns und unseren Thörle-Weinen zu erwarten hat - Feingliedrige, brillante Weine mit enormer Mineralität, die direkt auf den Punkt kommen.

Eure Eltern, Rudolf und Uta Thörle zauberten aus einem kleinen rheinhessischen Gemischtbetrieb ein direktvermarktendes Weingut. Im Jahr 2006 habt Ihr dann übernommen. Worauf legt Eure Winzer-Generation mehr Wert?

Wir legen mehr Wert auf die Qualität der Arbeit im Weinberg als auf die Arbeit im Keller, hier versuchen wir so wenig wie möglich "einzugreifen".

Wie teilt Ihr Euch die Arbeit auf?

In einem kleinen Familienweingut gibt es keine ganz klaren Trennungen der Arbeitsbereiche wie in größeren Unternehmen - es gibt allenfalls tendenzielle. Wenn man eine Grobeinteilung vornehmen wollte, könnte man sagen, dass ich (Johannes) für den Keller und das Weinbergsmanagement schwerpunktmäßig verantwortlich bin und Christoph für Marketing, Vertrieb und Verwaltung."