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Vidigal

Das Weingut Caves Vidigal ist so etwas wie eine kleine Revolution im Weinglas. Gilt Portugal als Weinland doch eher als konservativ, hat sich Firmenchef António Lopes seit 1993 mit seinen innovativen Weinen behauptet und exportiert heute in alle Welt. Die Kellerei Vidigal stellt hier neben anderen Weinen vor allem den beliebten und erfrischen Vinho Verde her, der in der Vergangenheit fünf Jahre in Folge der ungebrochene Favorit des norwegischen Weinmarktes war. 2007 holte Vidigal beim Polagra Lebensmittel-Wettbewerb die Goldmedaille, beim deutschen MundusVini im selben Jahr zweimal Silber.
Der Sitz der Caves Vidigal befindet in der Nähe der Gemeinde Leira an der Westküste Portugals. Zur Atlantikküste sind es vom Weingut, der Quinta Batarra, nur 25 km nach Westen. Die Hauptstadt Lissabon liegt wiederum etwa 125 km in südwestlicher Richtung. In diesem Landstreifen zwischen Lissabon und Leira wird sowohl der international bekannte, grüne Vinho Verde als auch der fast nur in Portugal erhältliche rote Vinho Verde vinifiziert. Das klassische Anbaugebiet beider „Jungweine“ (so die sinngemäße Übersetzung von „Vinho Verde“) ist jedoch die Weinregion Vinhos Verdes (ehemals Provinz Minho) im Nordwesten Portugals.
Die Heimatregion von Caves Vidigal trägt umgangssprachlich bis heute den Namen Estremadura, wobei dieser Begriff nicht identisch ist mit der spanischen Extremadura (beide haben jedoch dieselbe sprachliche Wurzel). Parallel dazu hieß das Gebiet auch schlichtweg nur Oeste (=Westen) bei den Portugiesen.

Die Region Estremadura ist eine der ältesten Weinregionen der Erde, die schon zur Zeit der Römer als solche bekannt war. Die heutige Einteilung und Benennung der Anbauregionen hat sich aber immer wieder geändert. Bis 1936 umfasste die Estremadura die Distrikte Região de Lisboa, Leiria, Setúbal und Teile von Santarém, mit denen sie auch heute noch anteilig Flächen besitzt. 1976 trat die neue portugiesische Verfassung in Kraft und die Provinzen wurden abgeschafft – gleichzeitig lebten sie aber im Gedächtnis der Portugiesen fort. Estremadura hat heute etwas mehr als 35.000 ha Rebfläche, womit es das drittgrößte Anbaugebiet Portugals ist. 2009 wurde die Region wiederum in I.G. Lisboa umbenannt, bis Ende des Jahres 2010 waren noch Estremadura-Etiketten in Gebrauch, was sich daher auch mit dem Sprachgebrauch der Portugiesen deckt.
Geografisch umschließt die Region heutzutage den Küstenlandstrich im mittleren Portugal (inklusive Lissabon) und beinhaltet neun Subregionen, die alle über die höchste Wein-Klassifizierung des Landes als „Denominação de Origem Controlada“ (DOC) verfügen. Mit dem Beitritt zur EU im Jahr 1986 wurden die Weinregionen erneut aufgeteilt, die dabei genutzten Bezeichnungen umfassen heute nur noch drei der historischen vier Anbaugebiete.
Das Klima ist mediterran bis kühl und feucht aufgrund des Atlantiks. Die Weinbauer kämpfen daher regelmäßig gegen die Folgen der hohen Luftfeuchtigkeit und ihren Einfluss auf die Entwicklung der Trauben. In der Region findet man zudem abwechslungsreiche Landschaften von Bergen, Flusstälern, sandigen Uferregionen und kalksteinhaltige Küsten sowie die sattgrünen Hügel im Hinterland. Das Weinunternehmen Vidigal besitzt zudem Weingüter in ganz Portugal. Dort vinifiziert man die wichtigsten, klassischen Rebsorten des Landes, wie Tinta Roriz (auch Aragonês/ Aragonez oder in Spanien Tempranillo genannt), Castelao, Touriga Nacional, aber auch die aromatischen Rebsorten Loureiro und Trajadura werden verarbeitet. Internationale Sorten wie Cabernet und Syrah finden sich kaum, denn ortstypische Reben wie Alicante Bouschet, Trincadeira, Pardina und Blanca Cayetana, Garnacha sowie Montúa und Macabeo sind durchaus besser an die Regionen und ihre Klima- sowie Bodenbedingungen angepasst. Eine weitere Besonderheit Portugals ist der Anbau im Mischsatz, der an die österreichische Anbauweise „Gemischter Satz“ erinnert. Dadurch erhält ein Winzer nicht nur möglichst viele ausgereifte Trauben, sondern verstärkt auch die Biodiversität und die Widerstandskraft seiner Reben. Die Trauben werden meist zusammen vinifiziert, manchmal jedoch auch sortenrein ausgebaut.
Geerntet werden die Trauben für Vinho Verde & Co. von Hand. In kleinen Bütten werden sie zum Weingut gebracht und dort werden die weißen Reben entrappt und spontan mit ihren natürlichen Hefen vinifiziert. Dasselbe geschieht mit den roten Trauben, allerdings werden hier Stiele und Kerne mitverarbeitet, was für starke Tannine sorgt.
António Lopes vinifiziert seine Rebsorten separat, um ihre typischen Eigenarten besser betonen zu können. Die Klärung der Weine erfolgt durch den Einsatz von Schwerkraft, anschließend wird die Assemblage vorgenommen. Der Jungwein von Caves Vidigal wird 12 Monate im Stahlschrank ausgebaut und vor seiner Abfüllung nur sanft filtriert. Im Frühjahr 2010 stellte man bei Caves Vidigal zusammen mit nordportugiesischen Partnerwinzern den ersten biologisch angebauten Vinho Verde her.
Die Geschichte des Weinguts Vidigal reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert. Damals begannt die Familie Marques da Cruz auf ihrem Grundstück mit dem Weinbau und betrieb Handel mit Weinen. 1917 erbaute António Marques da Cruz das Anwesen in der Gemeinde Leira, das sich seitdem stetig durch Ankauf neuer Güter erfolgreich weiterentwickelt. Gegründet wurde das heute existierende Unternehmen im Jahr 1967 in Cortes Ira, nördlich von Lissabon. 1986 wurde das Weingut in Caves Vidigal Lda. umbenannt. Der Winzer António Lopes wurde 1970 geboren und studierte ab 1990 Agrarwissenschaften, lange Zeit begleitete er seinen Vater bei der Arbeit. 1993 übernahm er das Weingut vom Vater, da dieser aus gesundheitlichen Gründen pausieren musste. Das war zugleich Antónios Chance, die Weine endlich nach Bio-Richtlinien zu vinifizieren – ein gelungener Start in eine international ausgelegte Zukunft!

RegionLisboa (bis 2009: Estremadura)
InhaberAntónio Lopes
Webadressewww.vidigalwines.com
Rebflächenvineyards
Anbaulocations