Riesling ist die wichtigste und beliebteste Rebsorte in Deutschland. Fast ein Viertel der gesamten Rebflächen sind in Deutschland damit bestockt. Riesling-Wein wird in allen dreizehn deutschen Weinanbaugebieten hergestellt, wobei seine Hochburgen in der Pfalz (5.607 ha), an der Mosel (5.303 ha) und in Rheinhessen (4.052) zu finden sind. Viele Spitzenlagen sind sogar ausschließlich mit Riesling bestockt. Ihren Ursprung hat die edle, weiße Traube wohl am Oberrhein, wo sie als Zufallskreuzung zwischen Heunisch und einem Traminer-Klon entstand.
Am wohlsten fühlt sich der Riesling in kühleren Regionen. Bei zu viel Wärme entwickelt er eine sehr starke Schale, wodurch seine Qualität abnimmt. Optimale Bedingungen findet der Riesling auf den südwestlichen und südöstlichen Steilhängen entlang der Flusstäler an Ahr, Main, Mosel, Nahe, Rhein, Ruwer und Saar. Auf den Steilhängen steht der Riesling auf steinigen, wärmespeichernden Böden wie Löss-Lehm, Buntsandstein oder Schiefer. Neben Deutschland wird Riesling-Wein auch noch in Frankreich, speziell im Elsass, in Österreich, Luxemburg, Moldawien, Australien, Neuseeland und den USA angebaut.
Da der Riesling recht spät austreibt, ist er auch erst recht spät reif zur Lese. Wichtig für einen guten Qualitäts-Riesling ist viel Sonne am Ende der Reifezeit, damit er genug Zucker in der Frucht einlagern kann. Sind die Beeren von der Edelfäule, der Botrytis befallen, können edelsüße Weine wie Beerenauslesen oder gar Trockenbeerenauslesen gekeltert werden. In besonders guten Jahrgängen können sogar Eisweine gelesen werden. Dazu werden die ersten Frostnächte abgewartet. Für einen Eiswein müssen die Trauben bei einer Umgebungstemperatur von mindestens 7 Grad minus gelesen werden.