Merlot
Merlot ist eine rote Rebsorte, die ursprünglich aus dem französischen Bordeaux stammt und heute zu den weltweit beliebtesten Rotweintrauben zählt. Bekannt ist Merlot für fruchtige Aromen, weiche Tannine und eine zugängliche Stilistik, die sowohl Einsteiger als auch erfahrene Weinliebhaber anspricht. Die Rebsorte wird reinsortig ausgebaut oder als wichtiger Bestandteil von Cuvées verwendet und prägt Weine aus Europa ebenso wie aus Übersee.
Merlot
94
Wine in Black

0,75l (53,27 €/l)
Lebensmittelangaben
99
Luca Maroni

0,75l (13,27 €/l)
Lebensmittelangaben
97
James Suckling
94
Vinous

0,75l (93,27 €/l)
Lebensmittelangaben
92
James Suckling
GOLD
BWT

0,75l (18,00 €/l)
Lebensmittelangaben
92
Wine in Black

0,75l (10,00 €/l)
Lebensmittelangaben
95
James Suckling
95
Falstaff

92
Wine in Black

Filter
Wie schmeckt Merlot?
Merlot schmeckt fruchtig, rund und harmonisch. Typisch sind saftige Fruchtaromen, eine moderate Säure und eine vergleichsweise weiche Gerbstoffstruktur. Mit dieser Stilistik hat er einen Platz in den Herzen vieler Weinliebhaber gefunden. Typische Aromen sind:
- Pflaume
- Schwarzkirsche
- Brombeere
- Schokolade und Kakao (bei Holzfassausbau)
- Dezente Gewürznoten
Durch seine samtigen Tannine wirkt Merlot selten kantig oder aggressiv. Viele Weine sind bereits jung gut trinkbar, können aber – je nach Ausbau – auch reifen.
Warum ist Merlot so beliebt?
Die Beliebtheit von Merlot liegt in seiner Ausgewogenheit. Ohne viel Ecken und Kanten schmecken die Weine vielen Genießern. Das lässt sich auf folgende Voraussetzungen der Traube zurückführen:
- dünne Beerenhäute
- weniger Gerbstoffe als viele andere Rotweinsorten
- frühe Reife
Dadurch entstehen Weine, die weich, fruchtbetont und leicht zugänglich sind. Merlot wird oft gewählt, weil er Genuss ohne lange Lagerzeit ermöglicht und vielseitig einsetzbar ist.
Woher stammt die Rebsorte Merlot?
Merlot stammt aus dem Bordeaux, wo er seit dem 18. Jahrhundert dokumentiert ist. Genetisch handelt es sich um eine Kreuzung aus Cabernet Franc und Magdeleine Noire. Besonders auf der sogenannten Rechten Uferseite des Bordeaux spielt Merlot traditionell eine zentrale Rolle und prägt dort den Stil vieler klassischer Weine. Doch natürlich hat der beliebte Merlot auch in anderen Ländern mittlerweile eine neue Heimat gefunden. In Italien zum Beispiel.
Italiens Antwort auf Bordeaux
Im Bordeaux heißt es, dass die besten Reben das Wasser sehen. Dass dieser Satz auch in Italien wahr ist, haben Winzer in den 1980er-Jahren mit Bravour bewiesen. Da war in der Toskana bereits eine kleine Revolution im Gang. Erneuerer suchten den Anschluss an den internationalen State-of-the-Art. Mission Bordelaiser Finesse anstelle langweilig gewordener Chianti-Classico-Weine. Schluss mit Sangiovese aus Bastflaschen! Daher bepflanzte man die Weinberge im küstennahen Bolgheri mit internationalen Sorten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und eben auch Merlot.
Im Bolgheri bestockte man Anfang der 1980er-Jahre einen kleinen Hügel mit Meeresblick. Richtig geraten, man pflanzte Cabernet Sauvignon und Merlot. Beide sollten komplett in den Supertuscan 'Ornellaia' wandern. Es kam aber ein bisschen anders. Denn der Lehmboden und das mediterrane Klima mit kühlendem Wind erinnerten nicht nur ans Bordeaux, sie entpuppten sich auch als perfektes Terroir für Merlot. Als der Önologe die reifen Beeren verkostete, war er wie vom Donner gerührt. Das war außergewöhnlich gut. Er behielt also einen Teil zurück und kreierte einen weiteren Supertuscan: den 'Masseto', den ersten reinsortigen Merlot. Weil er so dicht und eindrucksvoll fruchtig-würzig ist, nennt man ihn auch ehrfürchtig Italiens Pétrus!
Merlot im Weinbau
Merlot reift früher als viele andere rote Rebsorten, was ihn weniger anfällig für späte Herbstniederschläge macht. Gleichzeitig reagiert er sensibel auf Boden und Klima, wodurch Herkunft und Ausbau den Stil stark beeinflussen. Folgende Eigenschaften machen den Merlot sowohl für klassische Weinregionen als auch für moderne Anbaugebiete attraktiv:
- Frühe Reife
- Liebt kühlere, tonhaltige Böden
- Bringt bei niedrigen Erträgen besonders aromatische Weine hervor
Merlot weltweit
Die Rebsorte ist ein zauberhafter Solist, entfaltet ihre volle Strahlkraft weltweit aber in Cuvées. Dabei beschränkt sich der Anbau nicht nur auf die klassischen Länder der Neuen und Alten Weinwelt, auch in China wird sie mittlerweile angebaut. Auch wenn Weine aus dem Reich der Mitte hierzulande noch ein Schattendasein fristen, sollte man sie unbedingt auf dem Schirm haben. Chinas Weinwirtschaft holt auf, unter anderem auch mit Bordeaux-Blends, die im internationalen Stil ausgebaut werden, also fruchtbetont und im neuen Holzfass. Auf 17.000 Hektar gedeiht hier bereits Merlot - mehr als in Chile. Oder in Spanien, wo man 13.000 Hektar mit ihr bestockt hat. Auch hier steuert sie als beliebter Verschnittpartner mit Tempranillo und Co. süße Fruchtigkeit und Samtheit bei. In deutschen Weinbergen ist es Merlot übrigens dank des Klimawandels häufiger zu sehen. 700 Hektar verteilen sich momentan hauptsächlich auf die Pfalz und Rheinhessen, wo sie in Blends Aromen dunkler Pflaume beisteuert. Da Merlot sein Terroir besonders gut widerspiegelt, ergeben sich aus den verschiedenen Regionen recht klare stilistische Unterschiede:
- Frankreich: Strukturierte Weine mit Frische und Tiefe
- Italien: Fruchtbetont, weich und elegant
- USA & Übersee: Reifer Stil mit mehr Körper und intensiver Frucht
Merlot – eine vielseitige Rotweinsorte
Merlot – eine vielseitige Rotweinsorte Merlot steht für Balance, Frucht und Weichheit. Ob als Solist oder im Verschnitt – die Rebsorte überzeugt durch ihre Vielseitigkeit und ihre Fähigkeit, unterschiedliche Terroirs widerzuspiegeln. Damit ist Merlot eine der wichtigsten roten Rebsorten der Welt und ein fester Bestandteil moderner Weinkultur.

