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Glühwein selber machen: 3 ultimative Tipps

Im Winter wärmt nichts besser als ein Glühwein. Und man muss ihn nicht unbedingt kaufen. Glühwein selber machen ist nämlich gar nicht schwierig – und bietet viel Abwechslung. Wir verraten Ihnen, wie Ihnen die Köstlichkeit garantiert gelingt.

Nicole Korzonnek Von Nicole Korzonnek

  | 11. Dezember 2020

Wenn es ein Getränk gibt, das für Weihnachten und die Adventszeit steht, dann ist das wohl Glühwein. Vor allem, wenn man über die Weihnachtsmärkte der Republik schlendert. Diese fallen 2020 ja nun aufgrund von Covid-19 größtenteils aus. Dadurch müssen Sie sich aber die Weihnachtsstimmung nicht verderben lassen! Nun ist der Glühwein aus dem Supermarkt-Tetrapack nur ein bedingt guter Ersatz. Denn diese Varianten sind meist sehr süß und schmecken manchmal sogar recht künstlich. Warum nicht also einfach Glühwein selber machen? Das bringt nicht nur Adventszauber in den Becher, sondern bietet auch noch eine Menge Abwechslung, da man die Zutaten beliebig variieren kann.

Wussten Sie eigentlich, dass es den Glühwein erst seit 64 Jahren gibt? Es war nämlich der Augsburger Rudolf Kunzmann, der 1956 Gewürze und Zucker in Wein mischte, diesen erwärmte und auf dem Weihnachtsmarkt seiner Heimatstadt verkaufte. Und sich direkt mächtig Ärger einhandelte. Denn das deutsche Weingesetz verbot damals noch strikt den Zusatz von Zucker im Wein. Kunzmann musste ein Bußgeld bezahlen. Der Triumphzug des Glühweins war aber nicht mehr aufzuhalten. Kommen wir nun endlich zum Eingemachten. Wir verraten Ihnen, auf was Sie achten müssen, wenn Sie sich selbst an den Herd stellen.

Zwei weiße Becher mit selbstgemachtem Glühwein
Highlight im Winter: Glühwein selber machen.

Glühwein selber machen: Die Weinauswahl

Fangen wir mit der wichtigsten Zutat an. Dem Wein. Da eignet sich nämlich nicht per se alles. Zuviel Weinsäure etwa kann am Gaumen in warmem Zustand schnell unangenehm sein. Selbiges gilt für sehr präsente Gerbstoffe. Die Gran Reserva aus der Rioja sollte also genauso wie ein Shiraz aus dem Barossa Valley eher nicht im Kochtopf landen. Was auf der roten Seite aber immer eine gute Wahl ist, das sind heimische Rebsorten wie Dornfelder, Regent oder auch Spätburgunder (Pinot Noir). Auch Merlot geht bestens, wenn man es lieber international im Becher haben möchte. Wer lieber weißen Glühwein selber machen möchte, dem empfehlen wir Rebsorten wie Silvaner oder Müller-Thurgau. Weiß- oder Grauburgunder machen sich als Glühwein übrigens auch prima.

Generell gilt: greifen Sie bitte nicht auf allzu günstige Weine aus dem untersten Supermarktregal zurück. Mancher mag der Meinung sein, dass es egal ist, welche Qualität genommen wird, weil der Wein ja eh warm gemacht wird. Aber die Aromen eines Weins bleiben ja ebenso erhalten wie der Alkoholgehalt. Da sollte Ihnen der Wein also auch kalt munden, bevor sie ihn erwärmen. Ebenso ist es nicht ratsam, fehlerhafte Weine im Glühwein "zu entsorgen". Die meisten Fehler verkochen nämlich nicht. Dem legendären Korkschmecker wird zwar nachgesagt, dass das ursächliche TCA (Trichloranisol) bereits bei 50 Grad Celsius verkocht, Selbstexperimente in unserer Redaktion haben aber gezeigt, dass trotzdem ein gewisser Muff zurückbleibt, den selbst die besten Gewürze nicht überdecken.

Glühwein selber machen: Zwei Gläser mit weißem Glühwein, Obst und Gewürzen
Haben Sie schon einmal weißen Glühwein selber gemacht?

Würzen und erwärmen

Womit wir nun auch schon bei den weiteren wesentlichen Zutaten sind. Gewürze und Zucker. Je nach Gusto sind Ihnen da keine Grenzen gesetzt, was wie in Ihren Glühwein kommt. Klassische Gewürze sind auf jeden Fall Sternanis, Zimt, Gewürznelken und Orangenschalen. Oder Orangenscheiben. Je nachdem, wie fruchtig Sie es gerne hätten. Kardamom, Kurkuma oder gar Ingwer eignen sich ebenso hervorragend für selbstgemachten Glühwein. Kein Gewürz, dennoch köstlich im Glühwein: Rumrosinen. Die bringen dann gleich auch etwas Zucker mit ins Spiel. Dieser sollte übrigens vorsichtig dosiert werden. Fügen Sie ihn am besten erst ganz zum Schluss hinzu. Quasi zum Abschmecken. Damit ihr Glühwein nicht zu süß wird.

Neben dem Zuckergehalt ist zudem die Temperatur entscheidend, wenn man Glühwein selber machen möchte. Denn ab 78 Grad Celsius verkocht nicht nur Alkohol, sondern nehmen auch die Aromen ab. Es dauert zwar gut drei Stunden bis der Alkohol aus einer Flasche Wein komplett verkocht ist. Aber das hilft leider den Aromen nicht. Unser Tipp: wenn sich im Topf der erste Schaum auf der Oberfläche bildet, ist es Zeit, die Temperatur herunterzudrehen. Wenn Sie darauf achten, dann brauchen Sie sich nicht extra ein Küchenthermometer zulegen. Sollten Sie bereits eins haben, dann immer rein in den Topf. Sicher ist sicher.

Ein Topf mit Glühwein auf einem Holztisch.
Vorsicht! Der Glühwein darf nicht aufkochen!

Glühwein selber machen: Grundrezept

Bei all den Tipps, denen wir Ihnen jetzt gegeben haben, darf natürlich auch das Rezept nicht fehlen, mit dem man spielend einfach Glühwein selber machen kann. Legen wir los! Die beschriebenen Mengen reichen übrigens für vier bis sechs Portionen Glühwein. Je nachdem, wie groß Ihre Becher sind.

Zutaten

  • 1 Flasche (guten) Wein
  • 1 unbehandelte Orange
  • 1 - 2 Zimtstangen
  • 4 - 6 Nelken
  • 3 - 4 Sternanis
  • 2 - 4 Esslöffel Zucker

Zubereitung

  • Orange gründlich waschen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden
  • wahlweise nur die Orangenschale verwenden
  • Wein in einen Topf geben und langsam erhitzen
  • Gewürze und Orangenscheiben entweder direkt mit in den Topf geben oder vorher in ein kleines Baumwollsäckchen stecken
  • Temperaturzufuhr drosseln, sobald sich der erste Schaum auf der Oberfläche bildet
  • Glühwein mit Zucker abschmecken und noch ein paar Minuten ziehen lassen
  • Gewürzsäckchen herausnehmen, beziehungsweise den Glühwein durch ein Sieb gießen
  • möglichst heiß genießen
Detailaufnahme von selbstgemachtem Glühwein.
Für die Optik können Sie die Gewürze natürlich auch im Glühwein lassen.

Glühwein und das richtige Ambiente

Nun ist es das eine, Glühwein selber zu machen, die Atmosphäre eines Weihnachtsmarktes wird dadurch trotzdem nicht ersetzt. Aber auch Zuhause kann man für die richtige Stimmung zum Glühweingenuss sorgen. Wenn Sie zum Beispiel in einer Wohnung mit Balkon leben, dann holen Sie doch einfach mal den Gaskocher vom letzten Campingurlaub von anno dazumal aus dem Keller. Mit ihm lässt sich Glühwein prima auf dem Balkon erwärmen. Schön warm in eine Jacke eingekuschelt kann man draußen dann direkt in kleiner Runde zusammen trinken, während man auf die Lichter der Stadt blickt.

Noch schöner wird es freilich im eigenen Garten, wo man sich zum Beispiel gemeinsam um eine Feuerstelle versammeln kann. Den wärmenden Glühwein in den Händen wird es durch das Knistern des Feuers sogar ein wenig romantisch. Und vielleicht gibt es ja noch ein wenig Weihnachtsmusik dazu? Wie auch immer Sie Ihre Trinkzeremonie gestalten - wir wünschen Ihnen viel Vergnügen mit Ihrem selbstgemachten Glühwein!

Weine aus unserem Shop, die zu diesem Artikel passen:

2 Antworten auf „Glühwein selber machen: 3 ultimative Tipps“

[…] Jetzt wird es eindruckvoll! Für die nächste Variante brauchen Sie lediglich ein Feuerzeug. Am schonendsten für Ihre Finger geht das mit einem Stabfeuerzeug. Da ist die Flamme weit genug von ihrer Hand entfernt und Brandblasen haben keine Chance. Denn für diese Methode erwärmen Sie den Bereich der Weinflasche, in dem sich die Luft befindet. Damit das Flaschenglas nicht zu heiß wird und sich die Luft gleichmäßig erwärmt, drehen Sie die Flasche dabei. Geduld, das kann schon eine Minute oder länger dauern. Und darum funktioniert's: Weil sich die Luft erwärmt und der Platz, den sie zur Verfügung hat, gleich bleibt, erhöht sich der Druck. Damit flutscht dann eben auch der Korken raus. Weil sich natürlich der Wein oben miterwärmt, haben wir bei unserem Test den ersten Schluck weggeschüttet. Man hat ja nicht immer Lust auf Glühwein. […]

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