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Niepoort

Das Weingut Niepoort ist, streng genommen, kein reines Weingut, sondern ein kleines Port-Familien-Imperium mit niederländischen Wurzeln an der Westküste Portugals. Seit den 1990er Jahren stellt man hier auch exzellente Tischweine her. Dirk Niepoort, der Kopf des Unternehmens, ist inzwischen in der fünften Generation verantwortlich für die Weine des Hauses. Qualität von Weltrang muss dabei nicht immer mit flächenmäßiger Größe einhergehen. So verglich der renommierte „Wine Spectator“ Niepoort einst mit dem französischen Champagnerhaus Krug. Dies produziere trotz seiner geringen Größe Premium-Schaumweine, mit denen nur wenige Konkurrenten mithalten können. Das sieht die internationale Weinkritik sehr ähnlich: Großer und kleiner Johnson (2014) bescheinigen dem Porthaus Niepoort drei bis vier Sterne (*** - ****), die für internationale Bekanntheit und Weltklasse-Niveau stehen. Weinkenner Oz Clarke sieht das Unternehmen in derselben Liga und vergibt ebenfalls nur Bestnoten. Auch bei Wine in Black ist man begeistert und kürte Niepoort im Juni 2014 zum Winzer des Monats. Das Hauptquartier des Port-Unternehmens Niepoort liegt direkt an der Nordwestküste Portugals in der Stadt Vila Nova de Gaia (kurz: Gaia). Dort sind Lagerung, Verschnitt, Reifung, Abfüllung, Etikettierung und Versand des Portweins angesiedelt, außerdem befinden sich hier die Verwaltung und Geschäftsleitung von Niepoort. Gegenüber liegt auf der Nordseite des Flusses Douro die berühmte Stadt Porto, die Namenspatronin für den berühmten Port-Wein ist. Hier mündet auch der Douro, der dem Weinbaugebiet Douro seinen Namen gibt, in den Atlantischen Ozean. Gaia ist wiederum die zweitgrößte Stadt Portugals, entlang der Atlantikküste sind es 110 km nördlich zur spanischen Grenze. Zur Hauptstadt Lissabon sind es etwa 300 km südlich entlang des Atlantiks. Das Familienunternehmen Niepoort unterhält heute mehrere Hektar Weinberge in den Anbaugebieten Douro, Barraida und Dão im äußeren Nordwesten der Iberischen Halbinsel. 1987, mit dem Eintritt Dirk Niepoorts in das Unternehmen, wurden die ersten eigenen Weinberge erworben: die Quinta de Nápoles und Quinta do Carril im Cima Corgo, einem Teilgebiet der Douro-Weinregion. Von hier stammen traditionell die besten Portweine Portugals. Neue Reben wurden gepflanzt, aber auch alte Reben, die mitunter 60-100 Jahre alt sind, wurden mit großer Sorgfalt von den Niepoorts erhalten. Die Investition und Arbeit zahlen sich aus, denn damit wurde der Grundstein für die Herstellung der ersten Niepoort-Tischweine gelegt. Ähnlich verfuhr man auch mit den Weingütern (portugiesisch: Quinta), die anschließend noch dazugekauft wurden, wie beispielsweise die Quinta da Lomba und der Quinta de Baixo. Alle Weinbaugebiete von Niepoort werden vom atlantischen Klima beeinflusst. Besonders die Barraida-Region weist kühles und feuchtes Klima auf, die Böden sind geprägt von Sand, Lehm, Kalk und Glimmerschiefer. Hier wachsen Trauben mit hohem Säure- und niedrigem Alkoholgehalt. Die Region Dão enthält wiederum mehr Granitgestein, durch das sich vertikal gespaltener Schiefer zieht. Nur so gelangen die Reben trotz des extrem harten Granitbodens an genügend Wasser und Nährstoffe. Das Douro-Gebiet weist ebenfalls viel Schiefer auf. Eine weitere klimatische Rolle spielen vier Bergketten: die Serra do Alvão, die Serra da Padrela und die Serra de Bornes, die die Douro-Region vor dem kühleren Klima der Minho-Region (Vinho Verde) im Norden schützen. Eine zusätzliche Wetterbarriere ist die Serra do Marão, die eine Höhe von bis zu 1400 Metern erreicht. Auch die Reben von Niepoort stehen an Hängen mit Neigungen von mehr als 30%. Die Arbeit in den Weinbergen ist damit sehr aufwändig und erfolgt überwiegend von Hand. Ein weiterer Faktor sind die großen Temperaturunterschiede in den Anbauregionen des Unternehmens Niepoort. So herrschen in der Stadt Porto sommerlich-frische 15-25°C vor, während es im Douro-Tal tagsüber mit bis zu 40-50°C sehr heiß wird. Diese Temperatur-Rekorde findet man vor allem in Flussnähe und in den angrenzenden Tälern des rechten Douro-Ufers. Im Winter sinken die Temperaturen bis auf den Gefrierpunkt, allerdings schneit es selten.

Auf den Weingütern wachsen überwiegend rote Rebsorten, viele davon sind autochthone, portugiesische Rebsorten. Dirk Niepoort interessiert sich dabei sehr stark für das Terroir seiner Reben, die im gemischten Satz angebaut werden und aus denen später vorzugsweise Cuvées hergestellt werden. Die Durchmischung der Traubensorten findet dabei in den Weinbergen statt. Dies ist typisch für das Weingebiet Douro-Tal und das Verfahren stellte in früheren Zeiten sicher, genügend reife Trauben ernten zu können, um einen harmonischen Wein zu vinifizieren. Unter den roten Rebsorten finden sich bei Niepoort Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinto Roriz (der portugiesische Name für den spanischen Tempranillo, auch Aragonez genannt), Tinta Barroca, Tinto Cão, Sousão und viele andere, teils sehr alte, rote Rebsorten. Unter den weißen Rebsorten finden sich Fernão Pires (Maria Gomes), Arinto, Bical, Cercial, Malvasia (Malvasia Fina) Rabigato, Gouveio, Viosinho und weitere, die ebenfalls als alte weiße Sorten bekannt sind. Bei Dirk Niepoort entstehen daraus Portweine, klassische Rotweine, Blockbuster-Weine, kräftige Weißweine, leichte Rosé sowie ambitioniert-visionäre Gemeinschaftsprojekte, beispielsweise mit Riesling. Der Wein ‚Fabelhaft‘ entstand aus solch einem Projekt und hat damit den Ruf des Douro-Weins schlagartig angehoben. Bei der Fülle der portugiesischen, etwa 200 einheimischen Rebsorten und ihrer vielen Synonyme sollte man sich vorab einen kurzen Überblick verschaffen. Eine Besonderheit des Wein- und Porthauses ist es, dass viele der Trauben immer noch mit den Füßen gestampft werden. Die Vinifizierung des Mostes erfolgt anschließend meist in Edelstahltanks sowie in Barriques aus französischer Eiche. Neben neuen Holzfässern mit 500 sowie 3000 Liter Fassungsvermögen, werden auch etwa 25% gebrauchte Barriques im gleichen Volumenumfang eingesetzt. Die Familie Niepoort ist wohl am bekanntesten für Ihre Portweine, mit denen Sie schon seit der Firmengründung Ende des 19. Jahrhunderts Handel betreibt. Großen Aufschwung erfuhr der Portwein durch die Konflikte zwischen England und Frankreich Ende des 17. Jahrhunderts. Französische Erzeugnisse wurden damals von den Engländern boykottiert, sodass Portugal zum alternativen Lieferanten wurde und sich die englisch-portugiesischen Handelsbeziehungen noch weiter vertieften. 2005 übernahm Dirk Niepoort die Firma von seinem Vater, dem Wein-Traditionalisten Eduard Rudolph Niepoort und leitet sie seitdem mit seiner Schwester Verena. Schon zuvor hatten die Geschwister Niepoort aber in vielen entscheidenden Bereichen mitgewirkt. All die wunderbaren Portweine wären jedoch nicht zu denken ohne die Familie Nogueira, deren Mitglieder zusammen mit dem Firmengründer Marius Niepoort im Jahr 1842 begannen, als Master Blender zu arbeiten. 2010 feierte José Nogueira senior sein 50-jähriges Firmenjubiläum. 2011 löste ihn sein Sohn, José Nogueira junior, der den Vater schon länger bei der Arbeit begleitete, als neuer Master Blender in der fünften Generation ab. Die Familien Niepoort-Nogueira sind damit auf dem direkten Weg in eine glanzvolle Zukunft als portugiesische Wein-Elite.

RegionDouro, Barraida und Dão
InhaberDirk und Verena Niepoort, Master Blender José Nogueira senior und junior
Webadressewww.niepoort-vinhos.com
Rebflächenvineyards
AnbauQuinta de Nápoles, Quinta do Carril, Quinta da Lomba, Quinta de Baixol