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Xavier Vins

Er ist ein Macher, durch und durch! Lange Jahre war der begnadete Önologe Xavier Vignon auf der ganzen Welt tätig. Über 200 Betriebe auf dem ganzen Globus hat er beraten, ständig zwischen Nord- und Südhalbkugel pendelnd. Er kennt die gesamte Weinwelt wie seine Westentasche und hätte überall arbeiten können. Unter allen Terroirs der Erde hat er sich dann die südliche Rhône gewählt, um Wurzeln zu schlagen. Warum dort der perfekte Ort für seinen eigenen Wein ist, was seine Tropfen ausmacht und wie ihn seine zweite Berufung als Leiter eines önologischen Instituts zu einem besseren Weinmacher verändert, hat er uns im Gespräch verraten.

Über 200 Domaines stehst Du beratend zur Seite, du bist einer der renommiertesten Weinmacher Frankreichs. Wo hast angefangen, deine ersten Schritte gemacht? Wie war dein Werdegang? Welche Station hat dich am meisten geprägt?
„Meine ersten Weinbau-Erfahrungen habe ich mit Weiß- und Schaumweinen gemacht, zunächst im Elsass, dann in der Champagne und im Burgund.
Ich wollte aber auch mein Rotwein-Know-how vergrößern, darum ging ich im Anschluss nach Saint-Émilion, Montagne-Saint-Émilion und Médoc. Das war ein wichtiger Schritt in meinem Weinmacher-Leben. Die Herangehensweisen bei der Entstehung von Rotweinen mit langer Extraktion, das inspirierte mich dazu, noch mehr über andere Rebsorten und Regionen zu lernen.
Ich fing also an, Weingüter in der südlichen Hemisphäre zu beraten. Sechs Jahre lang habe ich jedes Jahr gleich an zwei Ernten mitgearbeitet: eine in der südlichen Hemisphäre, meist in Australien und Neuseeland, und eine auf der Nordhalbkugel. Das hat viel Spaß gemacht.

Einmal kam ich in dieser Zeit zurück in die Champagne. Die Zusammenstellung der Cuvées hat mich absolut fasziniert, hier muss ein Winzer es schaffen, den Stil des Hauses zu reflektieren und ihn aus unzähligen unterschiedlichen Weinen herzustellen, zu formen! Das war ein ganz bedeutender Punkt in meinem Leben. Ich habe eine Menge über das Blenden gelernt.
Ich war eigentlich drauf und dran für immer in Australien zu bleiben, aber mir fehlte noch eine französische Region, die Rhône. So kam in 1995 an die südliche Rhône. Ich sollte nur für eine Lese bleiben, aber ich hab es so sehr geliebt, dass ich ganz geblieben bin.
Hier ist einfach mein liebster Spielplatz. Ich finde es toll, dass sie die Weinlese sich über einen sehr langen Zeitraum erstreckt, aber noch mehr schätze ich die Vielfalt an Rebsorten (mehr als 20!) und ganz besonders die Sorte Garnacha. Meines Wissens gibt es keinen anderen Ort der Welt, an dem ein Winemaker eine solche Diversität an Rebsorten und Terroirs genießen kann. In jedem Herbst hat man das Gefühl, zwei oder drei verschiedene Ernten gleichzeitig zu machen. Und es gibt noch eine Menge guter Gründe mehr, warum ich hier Wurzeln geschlagen habe.“

Was sind die Vorteile, wenn man das Leben eines „flying winemaker“ führt? Gibt es Nachteile in Deinen Augen?
„Vorteile gibt es da viele! Im Grunde ist es ein Job, bei dem du von unzähligen verschiedenen Erfahrungen profitieren kannst. Je mehr unterschiedliche Regionen, Klimata und Menschen dir dabei begegnen, desto besser! Du wirst ständig dazu angehalten, dich selbst herauszufordern und zu verbessern. Wenn dir das liegt, dann gibt es kaum Nachteile. Außer natürlich, du magst keine Flugzeuge.“ (lacht)

Seit langer Zeit arbeitest Du im Institut Oenologique, Du bist dort schon lange Manager. Woran forscht ihr? Was waren Eure größten Erkenntnisse?
„Die Arbeit am Institut gab mir die Möglichkeit, ein ganz neues Forschungsfeld im Weinbau zu erschließen. Es geht dabei um Terroir und Mineralität im Wein. Ich könnte davon Stunden und Stunden erzählen, aber ich versuche es mal kurz zu halten: Wein besteht zu 85% aus Wasser. Aber nicht aus irgendeinem, sondern aus Mineralwasser. Neun Jahre Forschung und tausende Analysen haben bewiesen, dass dieses Wasser unglaublich divers in seiner Komposition ist. Die Diversität ist das direkte Ergebnis der Bodenumgebung – aber nicht nur!
Die Rebsorte, die Praktiken im Weinberg, das Klima, die Vinifikation und der Ausbau haben Auswirkungen auf den schlussendlichen Gehalt an Mineralsalzen im Wein. Es ist buchstäblich Terroir-Wasser. Mineralsalze beeinflussen direkt die grundlegenden Aromen, manche betonen die Säure, andere die Bitterkeit, wieder andere die Süße oder Umami. Meistens bringen sie aber die Salzigkeit in den Wein. Wie bei jedem anderen Drink ist Balance das Wichtigste beim Wein und Salzigkeit ist ein wichtiger Bestandteil dieser Harmonie.“

Was bedeuten die dort erarbeiteten Erkenntnisse für Dich als Weinmacher? Wie lassen sich Labor und Weinberg vereinen?
„Als beratender Weinmacher haben diese Studien meine ganze Herangehensweise bei Weinbau und Vinifikation verändert. Jeder Wein muss das Einmalige seines Terroirs reflektieren und egal ob im Weinberg oder im Keller, meine Vorgehensweisen nehmen Einfluss auf die Mineralsalze im Wein. Ich habe damit viel Erfahrung auf etlichen Weingütern gemacht und auch wenn der Weg noch immer lang ist, sehen wir doch sehr vielversprechende Ergebnisse.“

Deine Weine sind für ihre große Qualität bekannt, die Dir sehr wichtig ist. Wie entsteht ein Xavier Wein? Welche Bedingungen müssen vorher erfüllt sein?
„Bevor auf einem Tisch alle Komponenten für die zukünftige Cuvée verkostet werden, muss viel geschehen. Alles startet bei der Rebe: Ich beobachte den vegetativen Zyklus, begrenze die Erträge, probiere die Beeren, wähle alte Reben aus und vieles mehr.
Wenn alles stimmt, und nur dann, suche ich verschiedene Weine für meine Blends aus unterschiedlichen Tanks und Fässern aus. Dabei probiere ich sie nicht nur, sondern unterziehe jeden einzelnen einer gründlichen Analyse im Labor, auch hinsichtlich der Salze. So kann ich für ein exzellentes Reifepotenzial und Harmonie garantieren.
Als ich damit anfing, Blends zu kreieren, war das vorrangig für meine Freunde. Und wenn ich heute eine meiner Cuvées probiere, dann muss ich dabei noch immer das Gefühl haben, dass ich diesen Wein guten Gewissens für meine besten Freunde aufmachen könnte und stolz auf mein Werk sein darf.“

Welche Vision verfolgst du bei deinem Wein, was kennzeichnet Deine Weine? Gibt es einen gemeinsamen Nenner des Sortiments?
„Meine Philosophien sind recht einfach. Die Stöcke müssen ein gewisses Alter erreicht haben. Ein Fuß Reben sollte nicht mehr Ertrag als eine Flasche bringen, besonders beim Grenache. Auch sind alle meine Weine trocken und haben keinerlei Restzucker. Ich such nach salziger Mineralik im Wein, das merkt man meinen Flaschen an.“

Wenn Du ein Lieblings-Terroir nennen müsstest, was wäre das? Womit arbeitest du am liebsten/besten?
„Oh, das ist schwer zu benennen. Besonders, da das Terroir sich je nach Jahrgang ganz anders verhalten kann. Mein liebstes Terroir ist das, was gerade am besten zum Klima des Jahrgangs passt.“

Welcher Wein hat Dich zuletzt völlig begeistert?
„Das war ‚Les Petits Moulins‘ 2012, ein Rotwein von Corbières, aus dem Château Lalis von Phillipe Estrade. Phillipe ist ein guter Freund von mir und begnadeter Winzer. Ich war beeindruckt von der Harmonie dieses Weines und sogar ein wenig neidisch (lacht). Das Weingut liegt inmitten einiger der besten Terroirs von Corbières entlang des Berges Alaric. Ein imposanter Ort.“

RegionRhône Châteauneuf-du-Pape
InhaberXavier Vins
Webadressewww.xaviervins.com
Rebflächenvineyards
Anbaulocations